Supersauber! – Ironie und tiefere Bedeutung

Supersauber! – Ironie und tiefere Bedeutung

Der Telekom-Skandal, Grassers Geldkoffer, Mensdorff-Pouillys "aggressive Zahlungen". – Der Stehsatz, dass das Kabarett die politische Realität nicht mehr toppen kann, fällt immer öfter.

Durch ihre mit Humor versetzte Gegenwartsaufarbeitung gelang es Satireprofis wie maschek oder Florian Scheuba mit den „Staatskünstlern” Begiffe wie „Unschuldsvermutung“ oder „Part of he game“ zum unterhaltenden Allgemeingut zu machen. Warum also nicht auf das fürs Publikum schon gesattelte Pferd aufsteigen, dachten sich wohl auch die Grünen. Dass sich mit den Mitteln der Satire bestens Gegner diskreditieren lassen, dokumentiert die lange Geschichte der Politkarikatur.

Dass das auch ins Auge gehen kann, zeigt auf der einen Seite das tendenziöse HC-Strache-Comic der FPÖ, das 2009 an Jungwähler verschickt wurde. Auf der anderen Seite haben die Grünen nun die Gratis-App zum „Part of the game“-Spiel als durchaus gelungenen Wahlkampf-Gag nachgeliefert. In acht Levels kann man da als KHG Geldkoffer sammeln, bis Meischberger nackt ist, oder mit Niki Berlakovich auf die Suche nach Bienenstöcken gehen oder das „Korruptometer“ nach oben treiben. Die Grünen sind wohl auch die einzigen, die das machen können, weil sie diesbezüglich „supersauber“ sind. Ein probates Mittel um eine Netz- wie Smartphone-affine und kritisch-bewusste Klientel anzusprechen und die herkömmliche Wahlwerbung aufzumischen. Neu ist es nicht.

- Michaela Knapp

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