Sturschädel in Sechshaus: Herbert Hacker
über das „CapaTosta Soul & Pizza“

Pizzabäcker gibt es in Wien viele. Gute jedoch sind rar. Mario Siani ist einer der wenigen, die wissen, worauf es ankommt. Er ist ein echter „Pizzaiolo“ aus Neapel. Als vor rund eineinhalb Jahren die „Pizza Mari“ im zweiten Bezirk eröffnete, wurde er dort als bester Pizza-Mann Wiens gefeiert. Jetzt steht er in einem ungewöhnlichen Lokal in Sechshaus in der Küche: im „CapaTosta“, zu Deutsch „Sturschädel“.

Der Name dürfte nicht ganz zufällig gewählt worden sein, denn man muss schon ein ziemlicher Sturkopf sein, um in dieser Gegend in einem Lokal eines Hotels eine schräge Kombination aus original neapolitanischen Pizzen, Soulmusik und Live-Auftritten anzubieten. Das CapaTosta ist modern eingerichtet, mit Designerlampen aus Mailand, einer Bühne für die Musiker und einem speziell für das Lokal angefertigten Pizzaofen aus der legendären Werkstatt des Stefano Ferrara in Neapel. Schon im „Pizza Mari“ ist Siani mit seinen herrlichen Pizzakreationen aufgefallen. Jetzt sind seine Fladen noch besser. Den Teig macht er ein, zwei Tage im Voraus und verwendet nur wenig Hefe, dadurch sind die Pizzen wesentlich bekömmlicher. Auch bei den Zutaten ist ein gewisses Maß an Sturheit im Spiel. Denn es sind nicht irgendwelche Tomaten, die Siani verwendet, sondern „San Marzano“, eine Sorte, die vom Aussterben bedroht war und dank Slow Food wieder auf den fruchtbaren Vulkanböden am Fuße des Vesuvs gedeiht. Zu den Pizzen gibt es noch ein herrliches „carne alla brace“, ein Waldviertler Biorind, im Ofen auf Holzkohlefeuer gegrillt. Manchmal ist es gar nicht schlecht, dass es Sturschädel gibt.

Name: CapaTosta Soul & Pizza
Adresse: 1150 Wien, Sechshauser Straße 83, Tel.: 01/89 21 38 78 88
Öffnungszeiten: Mo–Do 12–15 und 19–1, Fr 12–15 und 19–2,
Sa 12–15 und 19–2 Uhr, So 19–1 Uhr
Preise: Vorspeisen bis 14,50, Hauptspeisen bis 22 Euro

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