Studien, die die Welt nicht braucht

Die WKÖ hat das IHS beauftragt, nachzurechnen, was denn ein Zusammenbruch des Euro für die österreichische Wirtschaft bedeuten würde. WKÖ-Präsident Christoph Leitl präsentierte das Ergebnis dann stolz in der ORF-Pressestunde.

In der Studie gingen die Damen und Herren vom IHS sogar ins Detail und berechneten auch die wirtschaftlichen Folgen eines GrEXIT sowie eines Nord-Euro. Als Ergebnis wurden jedoch keine monetären Effekte ausgewiesen, sondern die Auswirkungen auf Arbeitsmarkt und BIP. Im schlimmsten Fall, dem Ende des Euro, prognostiziert das IHS für Österreich eine Verdoppelung der Arbeitslosenquote sowie ein Minus der Wirtschaftsleistung bis 2016 im Vergleich zu einem „Alles-wird-gut-Szenario“ von 10,75 Prozent.

Danke, Herr Leitl. Danke, liebes IHS – jetzt wissen wir, womit wir im Fall der Fälle rechnen müssen.

Leider ist die Wahrheit aber eine völlig andere: Kein Mensch, keine Studie und kein Berechnungsmodell können vorhersagen, welche Auswirkungen ein Euro-Crash tatsächlich hätte, selbst die Folgen eines GrEXIT sind unberechenbar. Schließlich setzen sich seit gut zwei Jahren alle möglichen politischen und unpolitischen Institutionen mit genau dieser Frage auseinander: Was passiert, wenn…? Welche Kettenreaktion ist zu erwarten? Wird es schlimmer als Lehman?

Ergebnis: Nobody knows! Deshalb hat auch die Politik noch nicht den Mut gefunden, die Griechen aus dem Euro zu entlassen.

Die Studie des IHS ist daher nichts anderes als völlig unseriös.

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