Stephan Klasmanns "querformat": Von wegen repräsentative Demokratie ...

Eine APA-Meldung die am 24. Februar so oder so ähnlich hätte erscheinen können:

Die Verlagsgruppe NEWS hat heute bekanntgegeben, dass die Schlusskolumne "querformat“ des Wirtschaftswochenmagazins FORMAT mit der Ausgabe vom 24. Februar eingestellt wird. Bundeskanzler Werner Faymann zeigte sich über diese Entscheidung erleichtert: "Endlich wird dieses wöchentliche Pamphlet, mit dem unsere progressive, fantasievolle Politik zum Schutze unserer Interessengruppen regelmäßig in den Schmutz gezogen wurde, aus dem Verkehr gezogen.“ Und Vizekanzler Michael Spindelegger pflichtet ihm bei: "Ich sehe das genauso wie mein lieber Freund Werner, nämlich … äh … was hat der Werner jetzt genau gemeint?“ Von Gewerkschaftsseite äußerte sich Fritz Neugebauer ebenfalls positiv: "Ich bin ja schon für Pressefreiheit, aber die muss dort enden, wo die Interessen der Beamten beginnen. Und diese Grenze hat dieser FORMAT-Schmierfink einfach immer ignoriert.“ Auch Granden aus dem Bereich der privaten beziehungsweise der ganz besonders privaten Wirtschaft sind über die Einstellung von "querformat“ erleichtert. Walter Meischberger etwa hinterfragt die grundsätzliche Berechtigung einer solchen Kolumne: "Da werden Seiten vollgeschrieben zu irgendwelchen Themen, nur damit sich dann vielleicht jemand darüber amüsiert. Ich meine, das riecht doch nach Korruption. Ich bin sicher, dass dieser Klasmann dafür auch noch Geld genommen hat. Und da muss man doch fragen: Was war sei Leistung?“ Ohne einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss sei das freilich kaum zu klären. Meischbergers Fazit: "Der ‚querformat‘-Skandal gehört endlich untersucht, stattdessen quält man honorige Bürger wie Peter Hochegger und mich.“

Der nunmehrige Exkolumnist Klasmann rechtfertigte sich gegenüber der APA, er habe seinen Leserinnen und Lesern doch bloß einen heiteren Abschluss des an Zahlen und Fakten reichen Magazins bieten wollen, was Verteidigungsminister Norbert Darabos umgehend als reine Schutzbehauptung zurückwies. FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky nahm die "querformat“-Einstellung dagegen gelassen. Er kenne diese Kolumne nicht: "Ich muss überhaupt sagen, dass die Gerüchte, wonach ich lesen könne, bösartig und weit übertrieben sind.“ In Verlagskreisen kolportierte Pläne, die gesammelten "querformate“ würden als Buch veröffentlicht, beträfen ihn daher nicht.

Doch jetzt im Ernst

Mit 1. März wechsle ich nach 25 Jahren Journalismus Branche sowie Beruf und übernehme den Kommunikationsbereich der Flughafen Wien AG. Ich möchte mich bei Ihnen, verehrte Leserinnen und Leser, für Ihr Interesse an meiner Kolumne ebenso bedanken wie für Ihre Hunderten Leserbriefe und Kommentare, die mich inspiriert, motiviert oder auch nachdenklich gemacht haben. Ihr Feedback - ob kritisch oder lobend - war mir stets wertvoll. Mit manchen von Ihnen haben sich sogar lange schriftliche Diskurse zu politischen und wirtschaftlichen Themen entwickelt. Ab März lassen sich diese Disputationes über meine neue E-Mail-Adresse - s.klasmann@ viennaairport.com - fortsetzen.

Abschließend möchte ich Ihnen aber noch ganz im Geheimen verraten, worum es im Leben wirklich geht. Wer bin ich? Woher komme ich? Wohin gehe ich? Nein! Weit gefehlt! Die Grundfrage des Lebens lautet: Wie viele Maulbeeraffen benötigt man, um eine Murfantilope aufzuwiegen?

- Stephan Klasmann

Kommentar

Standpunkte

Arne Johannsen: Erst die Pleite, dann das Dilemma

Kommentar

Standpunkte

Miriam Koch: Arbeitsmarkt, Ziegen, Roboter und wir

Standpunkte

Robert Hartlauer: Wie die Kleinen Händler den Großen Paroli bieten