Stephan Klasmanns "querformat".
Exklusiv: Haider zur Kärnten-Krise

Die misslichen Zustände in Kärnten schlagen nicht nur in Österreich Wellen. Selbst der himmlische Vater hat davon Wind bekommen und Jörg Haider zum Rapport bestellt, um zu klären, was an den Vorwürfen zu seiner Amtsführung dran ist. Verborgen hinter einer düsteren Gewitterwolke konnte Querformat das Plädoyer des ehemaligen Landeshauptmanns belauschen.

„Also, ich bin ja dankbar, dass ich zu diesen Ungeheuerlichkeiten einmal Stellung nehmen darf. Kärnten wird durch die Altparteien und zunehmend auch durch Neuparteien, die Politverräter jüngst gegründet haben, in Misskredit gebracht. Ich habe hier auch gleich ein Taferl ( Haider zieht ein Taferl aus der Tasche, auf dem „18 Milliarden Euro“ steht ). Das werfen uns die Pharisäer jetzt vor. Landeshaftungen von 18 Milliarden, obwohl wir nur ein Jahresbudget von zwei Milliarden haben. Aber man muss sich ja fragen: Wo kommen denn diese Haftungen her? Die kommen daher, weil wir das Geld ja auch ausgegeben haben. Wir haben eben investiert, während die Wiener Politmafia mit ihren Dinosaurierkonzepten von Budgetsanierung und Einsparung dem Bürger die Euro aus der Tasche zieht. Noch nie war ein Spitalsbett in Österreich teurer als in Klagenfurt, noch nie war eine Seebühne pro Besucher defizitärer. Da sieht man eben, dass uns die Gesundheit der Bürger und das kulturelle Angebot etwas wert ist. Bei uns wird da nicht jeder Euro dreimal umgedreht, wenn es um das Wohl der Bevölkerung geht.

Und wenn man jetzt behauptet, ich hätte da immer mit bestimmten Cliquen zusammengearbeitet, etwa diesem Kulterer oder dem Herrn Berlin, da muss ich schon sagen: Ich kenn die ja kaum. Ich habe immer gesagt: Ich bin ein einfaches Parteimitglied. Ich bin weg. Das waren ja keine Lebensmenschen.

Ich habe Kärnten stets beschützt. Denken Sie an den 26. Dezember 2004, als beim Tsunami fast 300.000 Menschen den Tod fanden. Und in Kärnten? In Kärnten hat es keinen Tsunami-Toten, ja nicht einmal einen Verletzten gegeben. Und jetzt werden Sie einwenden: Kärnten liegt nicht am Meer. Und da haben Sie Recht! Aber warum liegt es nicht am Meer? Weil eine vorausschauende Landespolitik solche Faktoren geophysikalischer Sicherheit eben berücksichtigt. Wir haben Kärnten eben hinten den Karawanken und nicht davor aufgebaut. Das ist eben Dienst am Bürger.

Deswegen gibt es bei uns auch keine Asylanten. Wir in Kärnten sind lustig. Bei uns macht man Urlaub bei Freunden. Wir brauchen keine armen Leute, die vor Vergewaltigung oder Krieg flüchten, weil die sind nicht lustig, und Volkslieder können s’ auch nicht. Das macht schlechte Stimmung.

Außerdem verwahre ich mich gegen die Unterstellung, Kärnten sei pleite. Das ist doch alles von den Altparteien aufgebauscht. Wir zahlen unseren Bürgern ihre Förderungen sogar cash aus der Handkasse. Meinen Berechnungen nach können die Schulden bis zum Jahr 3247 mit Leichtigkeit zurückgezahlt werden. In Ihren Dimensionen, Herr Gott, ist das ja quasi ein Wimpernschlag. Und eines sag ich Ihnen gleich: Wenn Sie glauben, dass Sie mich aus dem Paradies vertreiben können, nur weil wir langfristig planen, dann zeigt das, dass Sie auch nur Handlanger der grünen Asyl-Chaoten sind. Das ist hier im Himmel eine reine Politjustiz, wie ich sie vom österreichischen Verfassungsgerichtshof gut kenne. Von Ihnen, Herr Gott, lasse ich mir nämlich gar nichts sagen. Sie sind ja nicht einmal demokratisch legitimiert. Außerdem: Wer hat denn die Kärntner erschaffen?“

klasmann.stephan@format.at

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