Sieveringer High Hill: Herbert Hacker
empfiehlt das Restaurant Hill in Wien

Die Zeit, als im ehemaligen Bordeaux in der Servitengasse aufregend gekocht wurde, liegt lange zurück. Damals stand ein junger Koch am Herd, mit dem schönen Namen Aurelio Nitsche. Ein hoffnungsvolles Talent.

Das Bordeaux gibt es schon lange nicht mehr, es heißt heute Porzellan. Und auch Aurelio Nitsche verschwand für einige Zeit von der Herdoberfläche, was irgendwie schade war. Jetzt gibt es ihn wieder. Ein wenig älter geworden, mit reichlich Erfahrung aus aller Welt, hat er sich zusammen mit Andreas Sael selbständig gemacht und das Restaurant Hill in der Sieveringer Straße übernommen. Das Hill war zuvor, gelinde gesagt, eine Kitsch-Kaschemme mit mäßiger Küche und einer entsprechenden Reputation. Die beiden haben das Lokal architektonisch entschlacken lassen, jetzt wirkt es durchaus behaglich. Was aber viel wichtiger ist: Nitsche kocht noch besser als früher. Weiches Ei auf getrüffeltem Brokkoli und warmer Blutwurst, ein hinreißend knuspriges Spanferkelbratl mit Medaillon im Honig-Pilz-Mantel und Laugenknödel oder einfach ein Waldviertler Bio-Backhenderl mit Erdäpfelsalat – all das kommt in einer höchst erfreulichen Perfektion auf den Tisch. Kein unnötiges Brimborium – einfach gute Produkte, handwerklich bestens zubereitet. Als Dessert noch eine Orangencreme im Florentinerring mit Bitterschokoladenmousse – köstlich. Und auch Andreas Sael im Service macht eine gute Figur. Der Mann kramt herrliche Weine mit einem ausgesuchten Preis-Leistungs-Verhältnis hervor – von Winzern, die noch nicht so bekannt sind. Ein Volltreffer.

Name: Hill
Adresse: 1190 Wien, Sieveringer Straße 137; Tel.: 01/320 11 11
Öffnungszeiten: Di–Sa 17–22.30 Uhr
Preise: Vorspeisen bis 16, Hauptspeisen bis 22 Euro

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