Schweres Foul am runden Leder

Schweres Foul am runden Leder

Jetzt hat es die internationale Wett-Mafia also geschafft. Bundesliga- und Ex-Nationalteam-Kicker stehen unter dem Verdacht der Spielmanipulation, auch wenn es bislang nur Verdachtsmomente und keine Beweise gibt.

Der Schaden ist angerichtet - und zwar nicht bei irgendwelchen Pimperlvereinen, sondern im Titelrennen der höchsten Spielklasse. Man könnte sagen: Ist ja egal. Geschädigt sind nur windige Sportwett-Freaks, ein paar Spieler und ewig nörgelnde Fußballfans. Irrtum. Von nun an wird jeder Schiedsrichter-Pfiff, jedes Foul, jeder Elfer in Zusammenhang mit Wettbetrug gebracht. Sportminister Gerald Klug hat recht, wenn er sagt: "Betrug und Manipulation bedrohen die Integrität des Sports als Ganzes.“ Stimmt, leider.

Nur, was kann dagegen getan werden? Aufklärung, Prävention und gute Worte werden nicht reichen. Denn manche Fußballspieler, auch Ex-Teamkicker, neigen aufgrund ihrer Vita zu, sagen wir "erlebnisorientiertem“ Lebensstil. Die 78er haben vielleicht um zehn Schilling Bauernschnapsen gespielt. Heute locken Wettmanipulationsprämien im 10.000-Euro-Bereich. So bitter es ist: Ohne charakterlich schwache Spieler gibt es keinen Wettbetrug. Also Burschen: Zusammenreißen, trainieren, Tore schießen. Der Fußball hätte es sich verdient.

- Florian Horcicka

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