Schwarze Tage für Schweden

Schwarze Tage für Schweden

Im Jahr 2009 war Österreich dran, jetzt hat es Schweden erwischt: Das Bildungsvorzeigeland ist in der Pisa-Studie deutlich abgerutscht, selbst in Finnland haben die Schüler nachgelassen.

Wohin man von Österreich aus in Bildungsfragen sonst neidisch hinblickt, sucht man nach Ursachen. In Skandinavien sind die Probleme schon länger bekannt. Für Schweden etwa vermuten Experten, dass sich in den 1990er-Jahren gefasste Reformen jetzt negativ niederschlagen. Damals wurde die Schulautonomie ausgeweitet und Eltern freigestellt, in welche Schule sie ihre Kinder schicken (ähnlich stellen sich das übrigens die Neos vor). Die Folge: Es entstanden gute und schlechte Schulen, der Austausch zwischen beiden erfolgte nicht. In Finnland wiederum wirft man sich vor, sich trotz zunehmender sozialer Unterschiede (Einkommen, Wohnorte) zu sehr auf seinen Lorbeeren ausgeruht zu haben. Eine Disziplin übrigens, in der Österreich überdurchschnittlich gut abschneidet.

Die neue Regierung hat aber nach wie vor die Chance, das mit einer wirklichen Bildungsreform zu ändern und aus den Fehlern der anderen Länder zu lernen. Besser als 2009 zu sein, reicht in Zukunft nämlich nicht.

- Martina Bachler

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