Schwarze Hahnenkrämpfe: Herbert Hacker über den "Schwarzen Hahn" in Wien

Fast nur Baguettes gibt es im „Schwarzen Hahn“, allesamt leider nur Mittelmaß.

Testessen macht nicht immer nur Freude. Ende des Vorjahres wurde in der Seilerstätte ein Lokal eröffnet, das den schönen Namen „Schwarzer Hahn“ trägt. Die prominente Lage macht zunächst neugierig, von außen wirkt das Lokal auch gar nicht ungemütlich. Drinnen ist das Ambiente eher schlicht. Wie sich aus der Karte nur unschwer erkennen lässt, werden hier vor allem Baguettes in allen erdenklichen Varianten angeboten. An sich keine so schlechte Idee, gute Baguettes sind in Wien eher selten zu finden.

Allerdings: Ein Lokal, in dem es neben ein paar Vorspeisen und Suppen nur Baguettes gibt, ist auch ein wenig merkwürdig. Noch enttäuschender aber ist die Tatsache, dass die erwähnten Weißbrotkreationen allesamt ein erträgliches Mindestmaß an Qualität vermissen lassen. Die Variante „Filet vom Rind mit Pfeffersauce und Knoblauchbaguette“ etwa entpuppt sich als ein durchgegartes Fleisch auf einem faden Stück Brot, das ein wenig mit Knoblauch eingerieben wurde. Die Version „Steirischer Eierhahn“ hingegen fasziniert wiederum durch die belanglose Mischung aus dem gleichen faden Brot mit einer Eierspeis und darübergestreuten Grammeln sowie ein bisschen Kernöl. Damit ist der „Schwarze Hahn“ ein gastronomisches Kunststück: Es gibt fast nur Baguettes – und die sind hinreißend mittelmäßig. Ob dieses Konzept wirklich aufgehen wird, bleibt fraglich. Da kann es schon sein, dass der eine oder andere ein bisschen schwarz sieht.

Name: Schwarzer Hahn
Adresse: 1010 Wien, Seilerstätte 10, Tel.: 01/512 83 89
Öffnungszeiten: Mo.–So. 11–1 Uhr
Preis: Angebotspalette zwischen 4 und 13,70 Euro

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