Schenken und Denken verboten

Schenken und Denken verboten

„Man muss sich mittlerweile spontane und herzliche Großzügigkeit schon verkneifen, um niemanden zu kompromittieren.“ Traurig, aber wahr, was der Wiener Festwochenchef und designierte Salzburger Festspiel-Intendant Markus Hinterhäuser im FORMAT-Gespräch über die aktuellen Compliance-Bestimmungen sagt.

Die Checkliste der Corporate-Governance Regeln wird täglich länger, bestätigt auch Nestlé-Präsident Peter Brabeck. Große Unternehmen haben längst ihren eigenen Code of Conduct und investieren viel Geld, das anderswo besser investiert wäre, in die Einhaltung des internen Regelwerks, um compliant zu sein. „Diese Einladung übersteigt nicht den Gegenwert von 100 Euro“ steht, meist kleingedruckt als Proforma-Absicherung auf Einladungen. Eine problematische Entwicklung: Bei ohnehin stagnierenden Subventionen werden nun auch jene Gelder, die Unternehmen für klassisches Sponsoring bisher gerne zur Verfügung gestellt haben, gekürzt. Denn niemand weiß, was genau kulturelles Engagement einem Unternehmen bringt oder muss sehr tricky in der Umsetzung sein.

Und wie überhaupt umgehen mit den kleinen Geschenken der Vorweihnachtszeit? Was ist eine Aufmerksamkeit und wo wird es ungebührlich? Eine No-Name-Duftkerze darf angenommen werden, eine die 50 Euro Grenze übersteigende Kerze von Hermès wäre schon Vorteilszuwendung!? Und was sagt der Hausverstand?

- Michaela Knapp

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