Salzburger Festspiel-Kasperliade

Michaela Knapp über einen Tanz ums goldene Kalb.

„Wenn die Budgeterhöhung für heuer bewilligt wird, dann muss sie nächstes Jahr wieder eingespart werden“, tönt das Kuratorium. Und: „Wenn Pereira das Geld nicht hereinbringt, muss er 2014 zwei Opern einsparen.“ „Wenn man darauf beharrt, dann können mich alle gernhaben“, kontert der Intendant: „Wenn es keine Einigung im Mai gibt, dann wünsche ich viel Glück bei der Intendantensuche.“

„Wenn meine Oma vier Reifen hätt, wär sie ein Autobus“, kann man angesichts der Effizienz dieser Kasperliade im Budgetstreit um die Salzburger Festspiele nur noch sagen, die seit Wochen nervt. Wie ein zorniges Kind zu reagieren ist vom 65-jährigen Intendanten keineswegs professionell. Auch wenn man einen Koffer in Mailand hat. Ebenso wenig wie permanente Budgetausweitungen, die nur auf Sponsoren-Goodwill bauen. Andererseits kann man den Mann nicht wie einen unseriösen Zocker behandeln. Man wusste, wen man holt, und Pereira wusste, wo er hingeht, kannte die Budgets und die Strukturen. Dass die nicht die besten sind, darin muss man ihm Recht geben. Dass man Pereira nicht vertraut, sein Amt so zu verwalten, dass es sich ausgeht – immerhin ist der Sponsorenanteil höher als die staatliche Subvention von 13,5 Mio. –, mutet allerdings etwas kleinlich an.

Gerade vor dem Hintergrund, dass man in Salzburg zurzeit um Schadensbegrenzung eines Milliarden-Finanzdebakels bemüht ist, für das wohl keine Sponsoren einspringen werden.

- Michaela Knapp

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