Ruhig Blut, Autofahrer und Politiker!

Ruhig Blut, Autofahrer und Politiker!

Sie geben sich geschockt und kampfbereit, die österreichischen Politiker, allen voran Verkehrsministerin Doris Bures. Denn Deutschland überlegt derzeit, eine neue Autobahnmaut einzuführen.

Erklärtes Ziel ist, bei den Ausländern (also auch den Österreichern) abzucashen, um mehr Geld für den Straßenbau zu erhalten. Daher, so der Plan, soll es eine Vignette geben. Gleichzeitig soll aber die Kfz-Steuer in Deutschland um die Kosten der Maut sinken, um heimische Autofahrer nicht zu belasten. Das sei unfair und gleichheitswidrig, sagen die Österreicher. Sie hoffen, dass die EU diese Auffassung teilt und den Wegelagerer-Plan zunichte macht. Dabei wäre der Sturm der Entrüstung gar nicht notwendig. Im Gegenteil: Sollte die EU diese Idee wirklich billigen, könnten sie die Österreicher gleich kopieren. Dann müssten hierzulande nur die Preise für die Vignetten verdoppelt und dafür die Pkw-Steuern um die rund 83 Euro gesenkt werden, die das Jahresmaut-Pickerl künftig mehr kostet. Als Trost für die Ausfälle aus der Kfz-Steuer könnte die Asfinag höhere Dividenden dem Staat abliefern. Und die Deutschen, Italiener und all die anderen würden dann auf unseren Autobahnen deutlich mehr zahlen als bisher.

- Miriam Koch

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