Robert Winters Geldtipp der Woche: Symbiose von Mensch und Maschine

Investmentexperte Leo Willert ist ein Tüftler. Anstelle sich bei den
Anlageentscheidungen des flexiblen Mischfonds C-Quadrat Arts Total Return Dynamic (ISIN AT0000634738) auf sein Bauchgefühl zu verlassen, vertraut er auf Kauf- oder Verkaufssignale, die sein Computer ausspuckt. Das elektronische Handelsprogramm, das Willert schon vor seiner Zeit als Manager der Arts-Fondspalette in Eigenregie ent­wickelte, reagiert sehr rasch auf Trends an den Finanzmärkten. Das kann in unsicheren Börsenzeiten dazu führen, dass der Aktienanteil im Dachfonds C-Quadrat Arts Total Return Dynamic auf Null gesenkt wird. In boomenden Phasen ist es aber möglich, dass das Depot zur Gänze aus Aktiensubfonds besteht.

Flexibles Computersystem
Wie schnell die Software auf die Trends an den Börsen anspringt, zeigen die vergangenen sechs Wochen. Während Mitte April noch überhaupt keine Aktien im Fonds­depot lagen, wurde deren Anteil ­wegen der po­si­tiven Börsensignale in der Zwischenzeit auf 90 Prozent nach oben geschraubt. Das brachte dem C-Quadrat Arts Total Return Dynamic, der ein Fondsvolumen von 208 Millionen Euro aufweist, alleine zwischen 1. und 25. Mai einen Wertgewinn von zehn Prozent. Hauptverantwortlich für diesen Zwischenspurt ist die hohe Gewichtung der kürzlich sehr gut gelaufenen asiatischen Aktien, auf die derzeit rund die Hälfte des Portfolios kommt. Zu den wichtigsten Positionen zählen dabei der Indien-Aktienfonds Aberdeen Global Indian Equity, der börsengehandelte Indexfonds dbx Tracker Asia Total Return, der UniAsia Pacific von Union Investment oder auch der China-Aktienfonds UBS Greater China. Damit auch bei solchen riskanten Portfoliobausteinen die Verlustgefahr überschaubar bleibt, setzt das Computerprogramm ­generell bereits bei der Eröffnung einer Position Stop-Loss-Limits fest. Wie der Blick in den Rückspiegel belegt, haben sich diese Vorsichtsmaßnahme und die wöchentlichen Umschichtungen, die im Fonds vorgenommen werden, seit dem Ausbruch der Finanzkrise gelohnt.

Besser durch die Krise
Auf Jahressicht kam der C-Quadrat Arts Total Return Dynamic mit minus 0,8 Prozent sehr gut über die Runden, während der MSCI-Weltaktienindex wegen der Finanzkrise knapp 37 Prozent verlor. Wer bereits vor fünf Jahren in den mittels Software gesteuerten Dachfonds investierte, hat einen gesamten Wertzuwachs von 43,7 Prozent erzielt. Im gleichen Zeitraum steht beim Weltaktienindex ein Verlust von 18 Prozent zu Buche (siehe Chart ). Die guten Ergebnisse rechtfertigen die hohen Gebühren, die Anleger beim C-Quadrat Arts Total Return Dynamic zu berappen ­haben. Solange die Performance, die ohnehin nach Abzug aller Spesen berechnet wird, stimmt, ist der Preis für den Fondsmanager samt Handels­programm nebensächlich.

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