Robert Winters Geldtipp der Woche: Statt Sparbuch Geldmarktfonds ohne Tretminen

Das Zinshoch bescherte Sparern besonders im vergangenen Herbst wahrlich paradiesische Zustände. Manche Banken bonierten auf täglich fälliges Geld bis zu 4,88 Prozent Zinsen, bei der Ein-Jahres-Bindung konnte man sogar bis zu 5,5 Prozent kassieren. Wer sein Geld trotz dieser verlockenden Konditionen nicht rechtzeitig länger gebunden hat, kommt derzeit wesentlich schlechter weg. Aktuell offerieren die Bestbieter unter den Banken auf täglich fälliges Geld nur noch rund drei Prozent Zinsen. Die Ursache für den drastischen Verfall der Sparbuchzinsen, der sich auch in nächster Zeit fortsetzen wird: Der Drei-Monats-Euribor, an dessen Höhe sich die Zinszahlungen der Banken orientieren, sackte seit Mitte Oktober des Vorjahres von 5,4 Prozent auf aktuell 1,61 Prozent ab.

Sicherer Geldparkplatz  
Wegen des Zinsschwunds am Sparbuch sind Alternativen dringend gefragt. Wer sein Geld sicher parken möchte und mit rund drei Prozent Ertrag pro Jahr zufrieden ist, kann sich mit Geldmarktfonds schadlos halten. Ein Geldmarkt-Produkt, das seit Jahren zuverlässige Erträge bringt, ist der DJE InterCash (ISIN LU0159549814) des renommierten deutschen Vermögensverwalters Jens Ehrhardt. Der Anfang 2003 aufgelegte Fonds brachte innerhalb der letzten fünf Jahre ohne nennenswerte Schwankungen eine Gesamtrendite von 17,6 Prozent (siehe Grafik ). Ulrich Kaffarnik, Leiter des Fondsmanagements der DJE Investment Gesellschaft, kauft ausschließlich Anleihen mit einer Restlaufzeit unter drei Jahren. Damit das Korsett für das Investment nicht zu eng ist, kann der Experte Unternehmensanleihen, Pfandbriefe oder auch Schatzwechsel beimischen. Wenn der Geldmarkt wenig lukrative Chancen bietet, wird darüber hinaus die Bargeldquote stark erhöht. Bei der Auswahl der Papiere herrscht jedoch Strenge. In den Fonds kommen durchwegs nur Anleihen, deren Emittenten mit einem Top-Rating von AAA versehen sind.

Zinsen aus Anleihen
Kaffarnik hat das Fondsdepot derzeit zu rund einem Fünftel mit kurz laufenden deutschen Staatsanleihen bestückt, auf französische Staatspapiere kommen rund 14 Prozent, auf solche aus Holland rund neun Prozent des Fondsvolumens, das sich auf 263 Millionen Euro beläuft. Aufseiten der Unternehmensanleihen, die aktuell aufgrund des großen Zinsaufschlags zu Staatsanleihen für Zusatzerträge sorgen sollen, hält Kaffarnik Papiere der Commerzbank, von Volkswagen und dem deutschen Energieriesen E.ON. Auch mit diesen Papieren bleibt der Fonds-Leiter aber auf der sicheren Seite. Wegen der angespannten Konjunktur kommen weniger gut eingestufte Unternehmensanleihen für ein Investment nicht infrage. Zusätzlich müssen die Unternehmenspapiere sehr liquide sein, denn Kaffarnik will wegen der konservativen Ausrichtung des Fonds nicht in die prekäre Lage kommen, auf unverkäuflichen Anleihen sitzen zu bleiben, die sich als Tretminen erweisen. Neben der Konstanz des DJE InterCash sprechen auch die geringen Kosten für einen Einstieg. Mit Verkaufsspesen von einem Prozent ist das Depot günstig bepreist. Zusätzlich wird der Fonds extrem wirtschaftlich geführt. Das belegt die tiefe Gesamtkostenquote von 0,14 Prozent.

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