Robert Winters Geldtipp der Woche: Selbst Michael Douglas glaubt an Exoten

Anlässlich der Präsentation des Films „Wall Street 2“ beim Filmfestival in Cannes ließ Schauspieler Michael Douglas mit seiner Vision von der Neuordnung der Weltwirtschaft aufhorchen. Hollywood-Star Douglas in einem vorwöchigen ORF-Interview: „In früheren Zeiten waren Spanien, Frankreich und Großbritannien weltweit führend. Nun sind die Amerikaner am Ende ihrer 100-jährigen wirtschaftlichen Dominanz angekommen. Es sieht so aus, als würden die Chinesen das nächste Jahrhundert bestimmen.“

Mit dieser Meinung steht der Hollywood-Star keineswegs alleine da. Kommen doch neben China auch viele andere Schwellenländer bei so gut wie allen Wirtschaftsprognosen wesentlich besser weg als die meisten Industriestaaten.

Aus Anlegersicht hat sich ein Engagement in den Exotenstaaten jedenfalls bereits in den vergangenen Jahren gelohnt. Während etwa Brasilien-Aktien trotz der jüngsten Rückschläge innerhalb der vergangenen fünf Jahre in Summe um 173,6 Prozent zulegten, hinken US-Papiere mit einem Verlust von 11,8 Prozent deutlich hinterher ( s. Chart ). Noch schlechter schnitten Österreich-Aktien mit dem Fünf-Jahres-Minus von 14,3 Prozent ab.

Trotz der positiven längerfristigen Perspektive der aufstrebenden Staaten sollten Anleger aber nicht mit dem Feuer spielen, indem sie ihr ganzes Geld in Aktien oder Anleihen aus den Exotenstaaten umleiten.
Dafür sind die etablierten Börsen einfach noch zu wichtig. So haben die Börsen Nordamerikas im weltweiten Aktienindex von Morgan Stanley mit einem Anteil von rund 48 Prozent nach wie vor mit Abstand das höchste Gewicht. Zum Vergleich: Die Schwellenländerbörsen von Asien und Südamerika bringen es gemeinsam gerade einmal auf zehn
Prozent im MSCI World Index.

Mehr Exotenpapiere im Depot  

Trotzdem können Anleger bereits jetzt ihren Vermögensmix anpassen. Profis haben das bereits getan. So halten laut einer aktuellen Studie von Pioneer Investments deutsche Dachfondsmanager, die in Summe 25 Milliarden Euro verwalten, bereits 12 Prozent der gesamten Gelder in Schwellenländerpapieren. Die Fondsgesellschaft der Erste Bank hat den Anteil der Exotenaktien jüngst sogar auf rund 15 Prozent erhöht.

Fazit: An den Finanzmärkten der Schwellenländer wie Brasilien, Indien, China, Indonesien oder Russland führt auf lange Sicht kein Weg vorbei. Gute Fonds zum Einstieg in die Exotenbörsen sind etwa der weltweit investierende Schwellenländeraktienfonds Magellan der Fondsgesellschaft Comgest (ISIN FR0000292278) oder der Raiffeisen-EmergingMarkets-Aktien (ISIN AT0000796412). Tipp: Wie es mit den Finanzmärkten der Schwellenländer weitergeht, lesen Sie im neuen FORMAT-Portfolio, das dieser FORMAT-Ausgabe beigelegt ist.

Kommentar

Standpunkte

Arne Johannsen: Erst die Pleite, dann das Dilemma

Kommentar

Standpunkte

Miriam Koch: Arbeitsmarkt, Ziegen, Roboter und wir

Standpunkte

Robert Hartlauer: Wie die Kleinen Händler den Großen Paroli bieten