Robert Winters Geldtipp der Woche: Portfolio für Anhänger der Exotenbörsen

Wer zu Aktien aus Schwellenländern wie China, Korea, Indien, Brasilien oder Osteuropa greift, muss ein gefestigtes Nervenkostüm ­haben. Mit kaum einer anderen Wert­papierart sind oft schon binnen kurzer Zeit ähnlich hohe Gewinne möglich. Die Kehrseite der Medaille: Wenn es zum Crash kommt, rasseln die Kurse der Exotenaktien in der Regel wesentlich stärker in den Keller als jene von Papieren der etablierten Börsen. Wer sich auf das über die Jahre immer wiederkehrende Wechselspiel des steilen Aufstiegs und tiefen Falls nicht einlassen will, kann zum Espa-­Alternative-Emerging-Markets-Fonds (ISIN AT0000495239) greifen. Der Fonds investiert im Gegensatz zu ­herkömmlichen Portfolios nicht in einzelne Aktien, sondern sucht sein Glück mit Termingeschäften auf Aktienindizes. Der erhebliche Vorteil solcher Futuresgeschäfte besteht darin, dass Gewinne sowohl in guten Börsenphasen als auch in Perioden möglich sind, in denen die Kurse absacken.

Exoten-Börsen
So hat Fondsmanager Thomas Bobek das Depot im Vorjahr, als die Börsen von Brasilien, China und Osteuropa ins Straucheln kamen, mit Short-Positionen bestückt. Nachdem der Abwärtstrend an den Exotenbörsen zum Erliegen kam, wurde wieder rechtzeitig auf steigende Kurse gesetzt. Innerhalb der letzten beiden Monate, vor allem aber in den vergangenen Tagen, wurden die Kauf-Termingeschäfte reduziert. Diese Taktik ist der Grund dafür, dass der Espa-Alternative-Emerging-Markets-Fonds auf Jahressicht klar im grünen Be­reich liegt, während weltweite Schwellenländeraktien trotz der zuletzt sehr günstigen Entwicklung noch unter Wasser liegen. In Zahlen: Das Espa-Depot weist in Euro gerechnet per Ende Juni auf Jahressicht einen positiven Ertrag von 39,2 Prozent auf (siehe Chart), während der Morgan-Stanley-Index für globale Schwellenländerpapiere bei minus
21,3 Prozent hält.

Schutzschirm
Bei der Auswahl der Aktienindizes, in die mittels Futures investiert wird, hat Espa-Fondsmanager Thomas Bobek grundsätzlich freie Hand. Damit das Risiko nicht aus dem Ruder läuft, hält der Fondslenker aber nur fünf bis sechs Prozent in Positionen einzelner Börsenbarometer. Zusätzlich sollen Stop-Loss-Limits und Regeln für rechtzeitige Gewinnmitnahmen dafür sorgen, dass der Fonds möglichst stabil läuft. Wer in den Espa-Alternative-Fonds einsteigen will, sollte aber bedenken, dass Futures-Fonds generell nur dann hohe Erträge liefern, wenn an den Finanzmärkten längerfristige Auf- oder Abwärtstrends vorherrschen. Zusätzlich fallen die Gewinne, die in einer Boomphase an den Börsen zu machen sind, bei Futures-Fonds geringer aus als bei herkömmlichen Fondsdepots. Dafür sind Kursverluste, die mit Schwellenländeraktien 70 oder gar 80 Prozent erreichen können, höchst unwahrscheinlich.

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