Robert Winters Geldtipp der Woche: Kein Hahn kräht mehr nach Gold – zu Unrecht

Wenn die letzten eingefleischten Börsianer kalte Füße bekommen, schnellt das Interesse für Gold-Investments sprunghaft in die Höhe. Wie groß die Verunsicherung ­unter Aktionären vor kurzem noch war, zeigt der Goldrausch des Startquartals 2009. Mittlerweile hat sich der totale Hype um das gelbe Metall wieder gelegt. Hand in Hand mit der schwächeren Nachfrage tritt der Goldkurs in Euro gerechnet seit April auf der Stelle. Gegenüber dem Rekordkurs in Höhe von 789 Euro je Feinunze vom 20. Februar haben Euro-Anleger sogar einen Rückschlag von 14,7 Prozent zu verkraften. Dennoch stehen auf Jahressicht plus 13,7 Prozent zu Buche (siehe Chart zur Entwicklung des Goldpreises ) .

Glänzender Inflationsschutz
Wegen der jüngsten Entwicklungen gleich ganz auf ein Gold-Investment zu verzichten könnte sich dennoch rächen. Noch weiß niemand ganz genau, wann die augenblickliche Phase der Defla­tion ihr Ende finden wird und wie stark eine danach folgende Inflation ausfallen könnte. Sollte die Preisteuerung tatsächlich anspringen, ist man mit Gold gut bedient. Auch wenn das histo­rische Hoch der realen Kaufkraft einer Feinunze Gold – sie lag im Jahr 1492 bei sagenhaften 3.170 Dollar – noch lange Zeit außer Reichweite bleiben dürfte, hat sich Gold seit Urzeiten als Inflationsschutz bewährt. Die Kaufkraft der Feinunze pendelte seit dem 16. Jahrhundert zwischen 400 bis 800 Euro.

Förderung rückläufig
Weiteres Plus: Der Entwicklung des Goldpreises hängt nur wenig mit dem Verlauf der Börsen und der Kursentwicklung von Anleihen zusammen. Das macht das Edelmetall zu einem guten Stabilisator in breit gestreuten Anlagedepots. Für Gold spricht darüber hinaus, dass die primäre Gewinnung in den traditionellen Förderländern rückläufig ist. So wurde etwa in Südafrika von Jahresbeginn bis Ende Mai um 7,5 Prozent weniger Gold gewonnen als in den ersten fünf Monaten 2008. Eine Analyse der Landesbank Baden-Württemberg kommt zu dem Ergebnis, dass die weltweite Gewinnung trotz eines Anstiegs in China und Russland weiter auf einem tiefen Niveau bleiben wird.

Achillesferse Schmucknachfrage  
Die gesunkene Nachfrage nach Schmuck bleibt weiter der Schwachpunkt des Goldmarktes. Vor allem im Sommer wird weniger Goldgeschmeide nachgefragt als etwa zur Weihnachtszeit.
Fazit: Wer Gold kaufen will, kann sich mit dem Neueinstieg Zeit lassen und den Markt zumindest noch einige Monate beobachten. Im direkten Vergleich ist physisches Gold gegenüber Goldaktien zu bevorzugen. Das legt den Kauf von Philharmonikermünzen oder Goldbarren nahe. Dabei ist darauf zu achten, dass die Spesen mit steigender Größe des Barrens sinken. Wer einen Fonds will, der die Mittel der Anleger in echtes Gold investiert, das in Schweizer Tresoren verwahrt ist, wird beim Aureus Fund (ISIN IE0031772803) fündig.

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