Robert Winters Geldtipp der Woche:
Flexibles Modell besteht den Finanz-Elchtest

Selbst unter Anlageprofis ist die Anzahl derer, die im katastrophalen Börsenjahr 2008 gerade noch mit einem blauen Auge davonkamen, nicht besonders groß. Dabei kamen nicht nur jene Anleger unter die Räder, die einzig und alleine auf Aktien setzten, sondern auch viele Experten, die in einen flexiblen Mix aus Aktien, Anleihen und Geldmarktpapieren investieren. Einer der Fondsmanager, die den Aktiencrash rechtzeitig umschiffen konnten, ist Thomas Gamsjäger, der als Fondsbe­rater des Mischfonds TradeCom Fonds Trader (ISIN AT0000654645) der ­Security Fondsgesellschaft fungiert.

15 Subfonds zur Auswahl
Bei seinen Entscheidungen verlässt sich der Geldverwalter, der von St. Gallen in der Schweiz aus agiert, nicht alleine auf sein Bauchgefühl, sondern auf ein Computermodell, das ständig nach den wichtigsten Trends an den ­Finanzmärkten Ausschau hält. Im Gegensatz zu anderen Trendfolgemodellen, die mittels Softwareunterstützung die jeweils besten Börsen, Aktien- oder Anleihensektoren aufspüren, vertraut Fondsverwalter Gamsjäger beim Management des Dachfonds jedoch auf eine Liste von bis zu 15 Subfonds. In die wird nach Marktlage investiert. Je nachdem, ob es an den Börsen gut oder schlecht läuft, wird die Gangart ­gewechselt.

Verluste im Rahmen
So kam der Mischfonds im Vorjahr gut über die Runden, weil die Software bereits früh klare Signale zum Ausstieg aus Aktien gab. Das hatte zur Folge, dass die Struktur des TradeCom Fonds Trader rasch angepasst wurde und dass das Depot letztlich nur noch aus Geldmarktpapieren und Festgeldveranlagungen bei österreichischen Banken bestand. Mit dieser Taktik konnte der Verlust im Krisenjahr 2008 mit minus 5,8 Prozent in Grenzen gehalten werden (siehe Grafik ) . Zum Vergleich: Die anderen in Österreich erhältlichen ausgewogenen Euro-Mischfonds sackten im Vorjahr durchschnittlich um 20,7 Prozent ab.

Beim Aufschwung dabei
Das verwendete Computerprogramm gab im Frühjahr wieder Signale zum Einstieg in Aktien. Aktuell sind bereits wieder 98 Prozent des Fondsvolumens in ­Subfonds, die in Dividendenwerten veranlagen, investiert. Dabei sind mit dem Invesco European Small Cap Fonds und dem Threadneedle European Smaller Companies mit je 16 Prozent Depotanteil zwei europäische Nebenwertefonds am höchsten gewichtet. Unter den Subfonds, die mit Schwellenländeraktien auf Renditejagd gehen, ist der DWS-Emerging-Markets-Fonds mit zehn Prozent am prominentesten vertreten. In Summe sorgten die aktuell 14 Subfonds dafür, dass der TradeCom Fonds Trader seit Jahresbeginn um 27,3 Prozent zulegte. Damit wurde das Kunststück vom Vorjahr, besser als die Konkurrenz abzuschneiden, wiederholt. Denn vergleichbare Mischfonds brachten seit Jänner um durchschnittlich 12,9 Prozent weniger Ertrag.

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