Robert Winters Geldtipp der Woche: Deutsche Wertarbeit aus dem Kleinwalsertal

Das Beste aus zwei Welten. Das ist das Motto des Mischfonds Walser Portfolio German Select (ISIN LU0181454132). Jeweils zum 1. Jänner legt der Fonds die eine Hälfte des Vermögens in Aktien des deutschen Aktienindex DAX an, die andere in deutsche Staatsanleihen.

Im Laufe des Jahres wird dann anhand eines mathematischen Modells einmal im Monat die Komponente höher gewichtet, die sich besser entwickelt. Dabei kann es auch passieren, dass der gesamte Fonds in eine einzige Richtung dreht, also rein aus Aktien oder festverzinslichen Papieren besteht. Letztlich ist es das Ziel des Fonds, dass der Anleger in guten Jahren bei Kursgewinnen dabei ist und in Crash-Perioden einer Anlageklasse möglichst schadlos über die Runden kommt.

2008 den Elchtest bestanden

Laut einer zurückgerechneten Modellkalkulation hätte sich die Fondsstrategie zwischen 1973 und 2003 durchaus bezahlt gemacht. Im Durchschnitt hätten die Anleger 9,3 Prozent pro Jahr verdient. Mit einem Mischfonds mit einer starren Aufteilung von 50 Prozent Aktien und 50 Prozent Anleihen wären nur 7,2 Prozent zu holen gewesen. Der maximale Jahresverlust hätte 10,4 Prozent statt 19,8 Prozent betragen. Aber bekanntlich sind Modellrechnungen mit Vorsicht zu genießen. Doch auch seit dem Fondsstart im Jahr 2004 funktioniert der Fonds der Raiffeisenkasse Kleinwalsertal wie beabsichtigt: Insgesamt hat das Portfolio in sechseinhalb Jahren einen Gesamtgewinn von 62 Prozent erzielt. Den Elchtest hat das Depot dabei im Krisenjahr 2008 bestanden. Damals fielen deutsche Aktien um 40 Prozent, der Walser-Fonds kam bei einem Minus von 1,8 Prozent mit einem blauen Auge davon.

Dem Fonds kommt besonders zugute, dass sich deutsche Aktien und Anleihen der Bundesrepublik in Krisenphasen sehr unterschiedlich entwickeln. Nach der Pleite der Lehman-Bank im Herbst 2008 waren deutsche Staatspapiere der begehrteste Fluchthafen, was in besonders hohen Kursgewinnen resultierte. Ein ähnlicher Effekt zeigte sich auch nach der heuer aufkeimenden Sorge vor einer Griechenland-Pleite.

Schwerer tut sich der Fonds, wenn sich keine klaren Trends ergeben, wie im Jahr 2004. Auch heuer geben die Börsen wenig Orientierung. Aktuell besteht das Depot deshalb aus 51 Prozent Anleihen und 49 Prozent Aktien. Trotzdem ist der Fonds seit Jahresbeginn immerhin 2,4 Prozent im Plus.

Fazit: Der Walser Portfolio German Select kann dank seiner automatischen Risikobegrenzung als Basisbestandteil eines Fondsdepots eingesetzt werden. Man kann so gleichzeitig von der Exportstärke vieler DAX-Unternehmen und vom stabilen Ruf des Schuldners Deutschland profitieren.

winter.robert@format.at

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