Robert Winters Geldtipp der Woche:
Der Mensch denkt, der Computer lenkt

Leo Willert kann sich entspannt zurücklehnen. Die von ihm mit einer selbst entwickelten Börsen-Software gesteuerten Dachfonds haben auch das häufig als „verflixt“ abgekanzelte siebente Jahr ausnehmend gut hinter sich gebracht.

Mittlerweile verwaltet Willert in der von ihm gelenkten ARTS-Dachfondspalette in Summe ein Vermögen von 1,2 Milliarden Euro. 94 Millionen davon kommen auf den für die Fondsgesellschaft der Wiener Städtischen ­gelenkten Ringturm Active Global Dachfonds (ISIN: AT0000766373), einem in Euro gehaltenen ausgewogenen Mischfonds. Der Veranlagungsmix des Ringturm-Dachfonds ist völlig flexibel. Das bedeutet, dass das Fondsdepot ganz aus Aktien besteht, solange die Börsen Rückenwind haben. Wenn den Dividendenwerten die Luft auszugehen beginnt, kann zur Gänze in Anleihen- oder Geldmarktfonds umgeschichtet werden.

Fonds-Schwerpunkt Amerika
Das war etwa zur Zeit der Börsenkrise bis ins ­vorige Frühjahr der Fall. Als die ­Aktienmärkte wieder ein starkes Lebenszeichen von sich gaben, wurde das Depot des Active Global Dachfonds von April bis Ende Mai 2009 vollkommen umgekrempelt. Das ging so weit, dass sich am Ende des Wonne­monats nur noch Aktien-Subfonds im Depot befanden. Dabei spielten die damals boomenden asiatischen Börsen die erste Geige. Nachdem die chinesische Börse im Herbst ins Stottern kam, folgten weitere Umbauten. Aktuell befinden sich gar keine China-Aktien mehr im Ringturm-Dachfonds. Dagegen wurde innerhalb der vergangenen zwei Monate der Anteil von amerikanischen Aktien der Wall Street – querbeet von Blue-Chip-Papieren bis hin zu Technologiewerten – stark erhöht.

Autopilot und Risikogrenzen
Der Vorteil, den Willert gegenüber anderen Fondsmanagern genießt: Er muss sich nicht täglich mit Bergen von Aktienanalysen oder Research-Material beschäftigen. Auch die Stimmungsschwankungen an den Finanzmärkten lassen den Fondsmanager kalt, folgt er doch stringent dem, was ihm sein Computer­modell für die 10.000 zur Auswahl ­stehenden Subfonds vorgibt. Um gegen etwaige Verluste abgesichert zu sein, ­errechnet die Software täglich für jeden der enthaltenen Subfonds ein individuelles Stop-Loss-Limit. Dass das von Leo Willert entwickelte Modell seit Jahren gut funktioniert, zeigt die Rückschau. Seit 2006 brachte der Ringturm Active Global Trend in jedem einzelnen Kalenderjahr mehr Ertrag als der Durchschnitt vergleichbarer Mischfonds und als der Index. Auch im Krisenjahr 2008 kam der Fonds mit einem Verlust von 11,4 Prozent mit deutlich weniger Schrammen über die Runden als der Pulk der ausgewogenen ­Euro-Mischfonds, die im Schnitt 20,7 Prozent verloren. In den vergangenen fünf Jahren stieg der Fonds um 10,5 Prozent jährlich, auf Jahressicht stehen plus 41 Prozent zu Buche (siehe Chart ) .

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