Robert Winters Geldtipp:
Lichtblick im Pulk der Geschlagenen

Sie reagieren ultraschnell auf Veränderungen auf den Finanzmärkten, sind hochflexibel und dürfen bei der Veranlagung des investierten Geldes enorm viele Freiheitsgrade nutzen. So weit das Basiskonzept der sogenannten Absolute-Return-Fonds, die angetreten sind, Anlegern bei jedem Börsenwetter positive Erträge zu liefern. Dieses in Hochglanzbroschüren der Anbieter propagierte Ziel wird in der Praxis jedoch oft klar verfehlt. Laut einer Analyse des Wiener Fondsportals e-fundresearch.com enttäuschten Absolute-Return-Fonds im vergangenen Jahr mit einer durchschnittlichen negativen Rendite von 17,6 Prozent.

Besser als die Masse
Vom Pulk der Verlierer klar abgesetzt hat sich dagegen im Krisenjahr 2008 der Absolute Return Mix (ISIN AT0000A03KV4) der Bawag-PSK-Fondsgesellschaft. Fondsmanager Martin Bohn lieferte Anlegern im Vorjahr plus sieben Prozent Rendite (siehe Chart ). Seit Auflage des bisher solid ­laufenden Portfolios am 21. Dezember 2006 stehen im Jahresschnitt plus 6,7 Prozent zu Buche. Auch beim Risiko kann der Fonds punkten, innerhalb der letzten zwölf Monate betrug der maximale Kursverlust nur 0,81 Prozent. Das findet auch bei der Sharpe Ratio, mit der bei einem Fonds das Verhältnis von Ertrag zum Risiko gemessen wird, mit einem sehr guten Wert von 1,98 seinen Niederschlag.

Im Wochentakt bewertet
Bei der Veranlagung selbst folgt der Fondsmanager einem Ansatz der besten Investment-Ideen, die im Wochentakt bewertet werden. Obwohl Bohn an sich ohne Einschränkung in alle Assetklassen investieren kann, hat er 2008 sehr stark auf Geldmarktpapiere gesetzt. Zusätzlich wurden kleinere, jedoch schnell wechselnde Positionen von Aktien, Rohstoffen oder Immobilien beigemischt. Damit die stabile Entwicklung auch längere Zeit möglich bleibt, sind einzelne Positionen jeweils mit einem Risikobudget versehen.

Staatsgarantierte Bankanleihen
Aktuell findet der Fondsmanager neue Chancen bei der erst durch die Bankenrettungsprogramme entstandenen vollkommen neuen Assetklasse der staatsgarantierten Bankan­leihen. Dabei kommen Investments in Papiere französischer, irischer und britischer Institute infrage, die eine Laufzeit zwischen zwei und drei Jahren aufweisen. Darüber hinaus steht Bohn bereits Gewehr bei Fuß, um in die gerade erst emittierten staatsgarantierten Anleihen deutscher Banken zu investieren. Da bei Aktien noch keine klaren Trends aufzuspüren sind, wartet der Manager mit einem Einstieg lieber weiter zu. Alternative Investments sind dagegen bereits zu zehn Prozent im 52 Millionen schweren Depot enthalten. Dabei spielen Produkte aus dem Rohstoffbereich eine zentrale Rolle.

Einstieg um 30 Prozent günstiger
Wer den Kauf des Absolute Return Mix erwägt, sollte die Angebote der Onlinebroker vergleichen. So kann man etwa das Depot bei direktanlage.at um 30 Prozent billiger kaufen als am Bankschalter. Statt der üblicherweise verrechneten Kaufspesen von drei Prozent fallen so für den Ausgabeaufschlag nur 2,1 Prozent an.

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