Robert Winters Geldtipp: Biotechbranche avanciert vom Prügelknaben zum Star

Im März 2000 platzte die Blase bei den Technologieaktien. Auch Biotechnologiepapiere verloren damals massiv an Wert. Zuvor hatten viele Leute, die sonst nie an der Börse investieren, diese Aktien gekauft – und sie zogen sich ­danach enttäuscht zurück. Seither ist speziell die Biotechnologiebranche aber erwachsen geworden. Statt wie zur Jahrtausendwende nur auf Fantasie zu setzen, folgen Biotech-Konzerne heute ausgereiften Geschäftsmodellen und verdienen nicht selten gutes Geld. Laut dem jüngsten Biotech-Report von Ernst & Young stiegen die weltweiten Umsätze der Branche zwischen 2006 und 2007 um 8,2 Prozent auf 85 Milliarden Dollar, Tendenz: weiter steigend. Der Grund für das florierende Business liegt auch darin, dass die als solide geltenden Pharmariesen immer öfter gemeinsame Sache mit den forschungsstarken Biotech-Entwicklern machen. Daraus entsteht eine Arbeitsteilung, die für beide Partner Sinn macht: Pharmaunternehmen legen ­ihren Fokus verstärkt auf den Absatz, die Forscher in den Biotech-Labors ­entwickeln neue Medikamente.

Win-Win-Situation
Diese Win-win-Situation ist auch an der Entwicklung der Börsenkurse
abzulesen. Während der Wert des Weltaktienindex von Morgan Stanley auf Jahressicht um mehr als ein Drittel ­absackte, haben Anleger, die sich am MSCI-Biotechnologie-Index orientieren, (in Euro gerechnet) 24 Prozent Gewinn gemacht. Weiteren Vorschub leistet der Plan von US-Präsident Barack Obama, das öffentliche Gesundheitssystem der USA zu verbessern. Dafür sind bereits 87 Milliarden Dollar aus dem in Summe 790 Milliarden Dollar umfassenden Konjunkturpaket reserviert. Wer auf dieser Basis hofft, dass Biotech-Aktien auch weiter solide Erträge bringen können, sollte jedoch nicht zu einzelnen ­Titeln greifen, sondern sich einen Fonds wie etwa den Pictet Biotech P (siehe Grafik ) in seiner Euro-Variante (ISIN LU0255977455) ins Depot legen.

Manager mit Expertise  
Als Steuermann des Fonds fungiert Michael Sjöström, seines Zeichens der auf lange Sicht erfolgreichste Manager von Biotech-Aktien. Sjöström, der in seinem Portfolio derzeit die Aktien von Celgene, Genzyme und Amgen am höchsten gewichtet hat, konnte in den vergangenen drei Jahren sowohl den Schnitt der anderen Biotech-Fonds als auch den Index klar übertreffen und trotz Börsenkrise seit Februar 2006 einen Einsatz von 10.000 Euro auf 12.200 Euro vermehren. Wer den Einstieg in den Fonds erwägt, muss aber bedenken, dass auch Aktien des Pharmasektors nicht vor Rückschlägen gefeit sind. Das gestehen auch Experten unumwunden ein. Deswegen ist ein langfristiger Anlagehorizont anzupeilen. Beim Einstieg fährt man bei Onlinebrokern wie direktanlage.at am besten, weil keine Depotgebühr verrechnet wird. Bis zu einem Einsatz von 10.000 Euro werden anstelle der fünf Prozent Verkaufsspesen nur 2,5 Prozent verlangt. Für höhere Beträge sinken die Spesen weiter.

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