Patentierter Wahnsinn

Patentierter Wahnsinn

Wer mit jungen Technologie-Unternehmern spricht, die gerade dabei sind, in den USA ein Geschäft hochzuziehen, hört immer wieder dieselbe Geschichte. Was braucht man? Eine gute Idee und einen guten Anwalt. Wer seine genuinen Leistungen juristisch nicht gegen mögliche Kontrahenten verteidigen kann, hat schon verloren.

Wer heute ein Smartphone bauen will, braucht Hunderte von Patenten, mitunter sogar ein paar Tausend. Was sich Hersteller unter dem Titel „geistiges Eigentum“ in den USA schützen lassen können, ist oft berechtigt, aber in immer mehr Fällen einfach nicht mehr argumentierbar.

Ein entfesseltes Patentrecht sorgt dafür, dass Heerscharen von Anwälten ein sicheres Einkommen haben. Für Innovationen sind diese Patentkriege Gift, sind sich immer mehr Beobachter einig.

Wenn nur mehr jene Technologieunternehmen mit den besten Anwälten überleben können, läuft etwas schief. Die Siege vor Gericht könnten sich als Pyrrhussieg herausstellen. Mit den Patentkriegen sind die Großen (betrifft nicht nur Apple) gerade dabei, peu à peu ihre Sympathien beim Verbraucher zu verspielen. Und Sympathie kann man sich nicht schützen lassen – noch nicht.

Barbara Mayerl

Kommentar

Standpunkte

Arne Johannsen: Erst die Pleite, dann das Dilemma

Kommentar

Standpunkte

Miriam Koch: Arbeitsmarkt, Ziegen, Roboter und wir

Standpunkte

Robert Hartlauer: Wie die Kleinen Händler den Großen Paroli bieten