Österreich am Rande des Sommerlochs

Österreich am Rande des Sommerlochs

Österreich hat den Volksrocker mit Ziehharmonika so dringend nötig wie – nun ja … Immerhin ist Andreas Gabalier mit seiner Schmalzlocke aber verlässlich zur Stelle, wenn es einen Banalbarden braucht, der zu Sportereignissen singt.

Das lieben die Leute, was wiederum des Sängers Konto liebt. Publicity bringt Geld. Beim Formel-1-Rennen nur brav die Hymne abzusingen, wäre da eine Art Verbremser gewesen. Also ließ Gabalier in Spielberg das „Töchter“ im „Land der Berge“ weg und sang, wie früher, von der Heimat großer Söhne. Aufregung und Aufmerksamkeit würden folgen, wusste sein Management sicher. Tatsächlich schwangen sich sofort streitbare Grün-Politikerinnen aufs Ross und reiten seither.

Dass zum Spielberg-Grand-Prix über 100.000 Menschen im Auto anreisten und viele Privatflugzeuge am nahen Militärflughafen Schadstoffe produzierten – spielt weniger Rolle. Aber die fehlenden Töchter? Skandal! Und jetzt regen sich auch noch die „Rechtschreibfreunde Österreichs“ auf – über die grünen Amazonen nämlich, dass die sich in ihrem Beschwerdebrief um Rechtschreibregeln nicht gekümmert hätten. Die ganz wichtige Aufregung aller über alles also – wie es sein soll, damit uns ja nicht fad wird. Österreich am Rande des Sommerlochs . Und Gabaliers Konto wird fetter und fetter.

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