Nur die Show zählt!

Michaela Knapp über neue Werte in Politik & Unterhaltung.

„Grazil wie ein Lastwagen“, musste selbst die Moderatorin erstaunt feststellen, als der Prediger und ehemalige Boxstaatsmeister Biko Botowamungo seine Partnerin in spastischen Bewegungen übers Parkett schob – mit breitem Lächeln. Höchst sympathisch und sehr unterhaltsam! Mit Tanzen hatten diese in acht Wochen erlernten, gefühlten acht Schritte noch nichts zu tun. Das muss wohl auch nicht so sein, auch Rudi Roubinek hat den Swing nicht im Blut. Über 900.000 Zusehern gefielen sie trotzdem, die neuen Dancing Stars, die keine sind, weder Tänzer noch wirkliche Stars. Warum?, fragt man sich da. Das Publikum schätzt sichtlich vor allem Show-Profis mit Entertainmentfaktor.

Das führt vom glatten Parkett des Ballrooms nahtlos in die politische Arena und zum jüngsten Wahlergebnis: Zehn Prozent (!) der Wähler konnte Frank Stronach – ohne Programm und mit einer Partei, die keine sein will – für sich gewinnen, nicht minder erfolgreich der Polit-Clown Beppe Grillo in Italien. Trendgerecht dazu ist auch der ORF mit seinem neuen „ZiB Magazin“ für jüngere Seher in der seichten Unterhaltung angekommen, wo man das Wetter als „Weißblaue Geschichten“ präsentiert. – Gefragt ist die Show, an Inhalte will offenbar derzeit niemand so richtig glauben: Aber man soll ja nicht immer so negativ sein. Das ist nicht good fürs Land!

- Michaela Knapp

Kommentar

Standpunkte

Arne Johannsen: Erst die Pleite, dann das Dilemma

Kommentar

Standpunkte

Miriam Koch: Arbeitsmarkt, Ziegen, Roboter und wir

Standpunkte

Robert Hartlauer: Wie die Kleinen Händler den Großen Paroli bieten