News aus der rot-grünen Radlerwelt

Klaus Puchleitner über die Überlegungen von Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou, die Wiener Radwege flächendeckend bunt einzufärben.

Kritisiert einmal die „Krone“ etwas, kritisieren es bald viele. Nachgedacht wird im Überschwang der kollektiven Empörung dann nicht mehr besonders viel. So geschehen auch anlässlich der Pläne der bisher eher glücklos agierenden Wiener Verkehrsstadträtin, Radwege einzufärben. Einen Testlauf zur Gewinnung von Erkenntnissen will Maria Vassilakou zunächst am Ring starten.

Lassen wir die kleinkrämerische Echauffierung aus den Untiefen des politischen Tagesgeschäfts beiseite und versuchen einen Blick der Vernunft: Es zahlt sich jedenfalls aus, diesen Test zu wagen. Wenn färbige Radwege tatsächlich mehr Sicherheit bringen, muss man es machen. Die Kosten kämen über die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung – weniger Verletzte und Tote – wohl herein. Genau sagen kann man das aber erst, wenn Daten aus dem Feldversuch vorliegen, dessen Durchführung daher vernünftig ist.

Bis dahin steht zweierlei fest: In vielen Städten Europas gibt es färbige Radwege, zumeist haben sie sich bewährt. Und: Die Vassilakou-Farbwahl – Rot an Kreuzungen, Grün auf der Strecke – ist ein wenig unglücklich. Eine Extraportion Spott muss sich die rot-grüne Stadtkoalition dafür schon gefallen lassen.

- Klaus Puchleitner

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