Neue Hypo-Hasardeure

Neue Hypo-Hasardeure

Es ist ein mutiger Schritt, den Michael Spindelegger nun gesetzt hat. Mehr als vier Jahre nach der Notverstaatlichung wird versucht, dass auch von den Investoren der Kärntner Hypo Geld eingesammelt wird, und nicht nur von den Steuerzahlern.

Am Mittwoch wurde der Entwurf im Ministerrat abgesegnet, obwohl es keinen Experten gibt, der nicht mit Klagen rechnet. Obwohl die Ratingagenturen nun andere Banken und infolge dessen andere Bundesländer schlechter einstufen. Da hat sich der Finanzminister wirklich was getraut. Und der Bundeskanzler trägt das Ganze mit.

Als Österreicher ist man mit dem Thema Hypo sowieso überfordert und versteht die Welt nicht mehr. Zuerst hieß es immer: Nein, die Hypo kann nicht in Konkurs gehen, das schadet dem Image unseres Finanzplatzes und kostet viel Geld, weil wir dann schlechter eingestuft werden und das Schuldenmachen teurer wird. Jetzt geht es um einen - für Hypo-Dimensionen kleinen - Betrag von 900 Millionen. Und plötzlich ist das mit dem Rating doch kein so gewichtiges Problem, denn die Verschlechterung trifft ja "nur“ die Bundesländer!? Das Beängstigende ist: Bislang ist im Zusammenhang mit der Hypo meistens alles schiefgegangen, was schiefgehen konnte. Und die Steuerzahler mussten für die Hypo-Hasardeure bluten. Wenn dieses "Gesetz“ weiter gilt, dann bekommt Michael Spindelegger für seinen mutigen Schritt letztlich von den Investoren kein Geld, dafür steigt die Zinsbelastung für Österreich, und die Justiz muss eine kostspielige Klagswelle abarbeiten.

- Miriam Koch

Kommentar

Standpunkte

Arne Johannsen: Erst die Pleite, dann das Dilemma

Kommentar

Standpunkte

Miriam Koch: Arbeitsmarkt, Ziegen, Roboter und wir

Standpunkte

Robert Hartlauer: Wie die Kleinen Händler den Großen Paroli bieten

Kommentar

Standpunkte

Stiegl-Eigentümer Heinrich Dieter Kiener: Auf ein Bier mit John Maynard Keynes