Nach der Krise ist vor der Krise

Nach der Krise ist vor der Krise

Bankmanager schimpfen oft und gerne über die strenge Aufsicht, die teuren Basel-3-Eigenkapitalregeln sowie über Bankenunion (auf EU-Ebene) und Bankensteuern (Österreich, Ungarn, usw.).

Einerseits verlangen Notenbank und FMA dickere Kapitalpolster. Andererseits steigt der politische Druck, mehr Kredite zu vergeben – quasi zur Konjunkturankurbelung. „Beides zusammen geht nicht“, sagen Banker – zumindest nicht ohne Risiko und Tricksereien.

Das neueste Rezept aus der alten Trickkiste: Banken sollen Kredite in Spezialvehikel bündeln, danach in Tranchen mit unterschiedlichem Risiko filetieren, als Wertpapier strukturieren und am Ende an Investoren, wie Pensionsfonds oder Versicherungen, verkaufen. So wären die Kreditrisiken aus den Bankbilanzen draußen und Eigenkapitalprobleme futsch. Mehr Kredite etwa an Häuselbauer wären möglich. Die Aufsicht hat nichts dagegen. Der Haken daran: Das alles hatten wir schon einmal. Die Idee heißt ABS („Asset-Backed Securities“) und hat zur globalen Finanzkrise beigetragen. Auch damals gab es strenge Kapitalregime. Auch damals schaute die Aufsicht tatenlos zu. Nach der Krise ist offenbar vor der Krise.

- Ashwien Sankholkar

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