Monika Lindner – Die einsame Abegordnete

Monika Lindner – Die einsame Abegordnete

Eigentlich müsste Frank das mögen. Schließlich hat er immer gesagt, dass er unabhängige Menschen in der Politik haben will. Den Gefallen tut ihm Monika Lindner jetzt.

Unabhängiger als die ehemalige ORF-Chefin kann man gar nicht in die Politik einsteigen. Doch derart unverhohlen hat in Österreichs Politik lange niemand mehr versucht, abzucashen.

Die Annahme des Mandats damit erklären zu wollen, dass man sich dem Wähler verantwortlich fühlt, um den man nicht einmal gekämpft hat, ist mehr als dreist. Man ist fast versucht zu fragen: Was ist eigentlich aus den bürgerlichen Werten geworden, die sie ein Leben lang so stolz wie ihre Fendi-Tücher vor sich hergetragen hat?

Ebenso elegant auch die Begründung in "Österreich“, warum sie die Abgeordneten-Gage nicht spenden könne: Unentgeltliche Arbeit werde nicht ernst genommen. Das zu hören wird die gute Million ehrenamtliche Helfer in Österreich, die sich bei Hilfsdiensten, in Kunst, Kultur und Sport engagieren, sicher freuen. Doch halt, Lindner ist ja selbst Funktionärin. Sie leistet ehrenamtliche Arbeit als Rotarierin, als Präsidentin vom Hilfswerk Austria International und als Vizepräsidentin des Roten Kreuzes. Demnach sind diese Tätigkeiten alle nichts wert. Oder gab es für sie vielleicht Aufwandsentschädigungen?

Echte Sympathieträger sehen jedenfalls anders aus. Lindner wird von Franks Kurzzeit-Wunderwaffe rasch zu einer sehr einsamen Abgeordneten mutieren, mit der keiner ihrer neuen Kollegen besonders viel tun haben möchte. Nicht einmal die vom Team Stronach.

- Klaus Puchleitner

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