Mobiles Arbeiten: Eigenverantwortung statt Zwang

Dank neuer Technologie können Mitarbeiter flexibel arbeiten - doch die Unternehmen sollten auf deren Eigenverantwortung vertrauen.

Vier Endgeräte und nur noch zwei Drittel Schreibtisch – so wird der Büroalltag für viele von uns im Jahr 2020 aussehen. Unternehmen werden in den nächsten 7 Jahren ihre Büroflächen um rund 14 Prozent reduzieren – parallel dazu wird die Zahl der Mitarbeiter, die flexible Arbeitsmodelle in Anspruch nehmen, stetig steigen. Unterstützt durch Hardwareinnovationen wie Smartphone, Tablet und Ultrabook auf der einen Seite sowie die nötige Softwareunterstützung durch Virtualisierung und Cloud Computing auf der anderen Seite, wird der mobile Zugriff auf das Firmennetz von überall und zu jeder Zeit möglich. Desktopvirtualisierung erlaubt dabei den Spagat zwischen Verfügbarkeit und Sicherheit – sensible Daten sind auch bei Diebstahl oder Verlust mobiler Geräte geschützt, die Produktivität kann problemlos über den Arbeitsplatz und Kernarbeitszeiten ausgeweitet werden.

Mehr Flexibilität

‚Arbeit‘ wird dabei immer weniger als Synonym für die physische Anwesenheit im Büro gelten, denn als fließender und flexibel organsierter Bestandteil des Lebens. Eine Entwicklung, von der Unternehmen wie Mitarbeiter gleichermaßen profitieren: Unternehmen können so deutlich Kosten im Bereich Immobilien oder Reisen einsparen und gleichzeitig ihre Attraktivität für Fachkräfte und hochqualifizierte Mitarbeiter steigern. Arbeitnehmer wiederrum, und hier vor allem junge Kräfte aus der Generation 2.0, können die Flexibilität und Mobilität, die sie aus dem privaten Umfeld schon gewohnt sind auch im beruflichen Kontext umlegen.

Es gibt auch Herausforderungen

Bei all den Vorteilen muss einem jedoch auch bewusst sein, dass es durch die neue Art zu arbeiten auch neue Herausforderungen zu meistern gilt. Beim Workshifting besteht allerdings auch die Gefahr, sich durch die verschwommenen Grenzen der Lebensbereiche einem höheren Druck auszusetzen. Wichtig ist, sich dieser Problematik bewusst zu werden und darauf zu achten, einen Mittelweg zwischen potenziell ständiger Erreichbarkeit und aktivem Abschalten zu finden. Prinzipiell sollte es Mitarbeitern freistehen, die Lösungen, welche die Technik heute bietet, einzusetzen. Konkreter sollte es jedem Mitarbeiter selbst überlassen werden, wann und ob er bspw. das Smartphone in Perioden außerhalb des Büros für berufliche Zwecke verwendet. Arbeitgeber müssen hier Rahmenbedingungen schaffen, die einen emanzipierten Umgang mit diesen Optionen ermöglichen.

Den Risiken entgegenwirken

Dazu gehört die Bereitstellung von Richtlinien und Werkzeugen, welche gesundheitlichen Risiken wie Erschöpfung oder Burn-out entgegenwirken. Entspannungsübungen, klar definierte Erholungs- und Freizeitphasen sowie Kurse für gesundes Selbstmanagement bieten etwa Möglichkeiten, Stress durch flexible und unkonventionelle Arbeitszeiten aufzufangen.

Damit ein mobiles Arbeitsmodell funktioniert, ist neben der richtigen Technologie vor allem eine emanzipierte Organisation erforderlich. Richtig geplant und umgesetzt gibt uns mobiles Arbeiten jedoch das, was sich die meisten von uns wünschen: mehr Freiheit, mehr Erfolg und mehr Spaß am Job.

Wolfgang Traunfellner ist Country Manager Austria von Citrix .

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