Mehr als eine Schmuckfeder!

Mehr als eine Schmuckfeder!

Die Quadratur des Kreises nennt Vereinigte-Bühne-Chef Thomas Drozda den Kampf mit gleichbleibenden Budgets bei steigenden Personalkosten ohne Inflationsanpassung der Subvention.

Drastische Worte fand nun auch Burgtheater-Boss Matthias Hartmann zur Finanzlage seines Hauses und forderte die Kulturpolitiker auf, sich zu stellen. Strategisch klug gewählt, mitten hinein in die Regierungsverhandlungen. Ob die Forderung ernst genommen wird, bleibt leider fraglich.

Kultur ist bei den Verhandlungen absolutes Randthema, ein eigenes Kulturministerium steht nicht zur Debatte. Das ist kurzfristig und falsch gedacht. Wenn man die brisanter werdenden Finanzierungsprobleme nachhaltig lösen will und Kultur programmatisch wie gesellschaftspolitisch ernst nimmt, ist das bei weitem kein Pausenjob.

Österreich verkauft sich gerne als Kulturnation. Zu Recht, wie die Wertschöpfung zeigt. Nicht umsonst wurde die Albertina gerade mit dem Tourismuspreis der Wiener Wirtschaft ausgezeichnet. Die Kulturbetriebe haben ihre Hausaufgaben gemacht, das Optimierungspotenzial der "Effizienzanalysen“ ausgeschöpft. Ergo bleiben nur zwei Möglichkeiten: Entweder passt sich die Subvention der Leistung an oder die Leistung an die Subvention. Das heißt im Klartext: Mehr Schließtage, weniger Programm, verkürzte Saisonen, eingeschränkte Serviceleistungen, Standortoptimierung. Davon wäre auch der Fremdenverkehr betroffen. All das zu ignorieren, zeugt nicht von feingeistig durchdrungener Atmosphäre einer Kulturnation.

- Michaela Knapp

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