Martin Kwaukas Geldtipp der Woche:
Zweistellige Zinsen, und das ganz ohne KESt

Die Sparzinsen befinden sich derzeit im freien Fall. Vor ein paar Monaten gab es noch überall 5 Prozent für einjährige Kapitalspar­bücher, heute sind schon 2 Prozent ein vergleichsweise guter Satz. Das Warten auf bessere Zinsen dürfte vergebens sein, die Konditionen der Banken werden sich noch ein bis zwei Jahre auf spärlichem Niveau bewegen. Allerdings gibt es immer noch einen einfachen Weg zu hohen und zugleich sicheren Zinsen. Das Stichwort heißt Jahresprämien. Wer die Versicherungsprämien monatlich statt jährlich überweist, muss in der Regel stattliche Unterjährigkeits-Zuschläge zahlen, die den Zinsen für einen Ratenzahlungskredit entsprechen. Im Schnitt muss man mit 6 Prozent Verteuerung rechnen, manchmal sind es sogar 7 Prozent, ab und zu kommt man mit 5 Prozent davon.

Bis zu 14 Prozent Jahreszinsen  
5 bis 7 Prozent klingen auf den ersten Blick noch nicht dramatisch. Tatsächlich werden aber auf Jahresbasis zweistellige Raten­zahlungszinsen abgezogen. Wenn laut Tarif 5 Prozent Aufschlag vorge­sehen sind, wird in Wirklichkeit das Doppelte, also 10 Prozent pro Jahr, fällig. Bei 7 Prozent sind es sogar stolze 14 Prozent per annum. Tatsächlich gewähren nämlich die Assekuranzen bei Monatszahlung nur einen Zahlungsaufschub von rund einem halben Jahr. Dazu ein Beispiel: Der eine Kunde zahlt Anfang Jänner die volle Kfz-Versicherungsprämie von 1.000 Euro. Der andere Kunde überweist vom 1. Jänner bis zum 1. Dezember 12-mal monatlich 83,33 Euro plus 5 Prozent Unterjährigkeitszuschlag, insgesamt also 1.050 Euro. Die Hälfte der Prämien wird schon im ersten Halbjahr überwiesen, sodass der volle Zuschlag für lediglich ein halbes Jahr Zahlungsaufschub bekommt. Genau genommen werden die Monatsprämien sogar im Schnitt schon im Juni fällig, sodass der Vorteil der Jahreszahlung gegenüber dem monatlichen Abstottern noch etwas größer ist.

Versteckte Kreditzinsen
Wer das Geld für die Gesamtprämie flüssig hat, ohne das Konto zu überziehen, kann leicht auf den teuren Ratenzahlungskredit verzichten und bekommt durch die Umstellung von Monats- auf Jahresprämie eine Veranlagungsrendite von 10, 12 oder sogar 14 Prozent. Und diese konkurrenzlos attraktive Verzinsung bekommt man obendrein KESt-frei.
Trotzdem wird weiterhin ein Großteil der Versicherungen auf Monatsbasis gezahlt. Angesichts der Höhe der versteckten Kreditzinsen ist es natürlich kein Wunder, dass die Assekuranzen ihr beträchtliches Zubrot nicht gern an die große Glocke hängen. Der Unterjährigkeitszuschlag wird nicht nur in der Autoversicherung, sondern auch bei vielen anderen Sparten eingehoben, darunter auch bei der klassischen Lebensversicherung. Eine der wenigen Ausnahmen sind fondsgebundene Polizzen und die Zukunftsvorsorge – hier ist eine Monatszahlung durchaus sinnvoll.

Attraktiver Barzahlungsskonto
Es werden nicht nur von Versicherungen Unterjährigkeitszuschläge eingehoben, sondern auch von Fitnessstudios und vielen anderen Unternehmen – wer auf einmal zahlt, kann manchmal sogar 10 Prozent Zuschlag sparen. Noch lukrativer ist ein Barzahlungsskonto. 3 Prozent für einen Monat frühere Zahlung ent­sprechen 36 Prozent Jahreszinsen.

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