Martin Kwaukas Geldtipp der Woche: Yuan-Anleihen als Attacke auf den Dollar

Der US-Dollar hat in dieser Woche einen massiven Schwächeanfall erlitten. Binnen Stunden fiel der Kurs von 1,43 Dollar pro Euro auf 1,46 Dollar (siehe Grafik ) . Der Auslöser dieser Entwicklung könnte später einmal in die Geschichtsbücher eingehen. China gab Anfang dieser Woche bekannt, im September für internationale Investoren eine Staatsanleihe in der eigenen Währung Yuan, auch Renminbi genannt, aufzulegen.

Yuan soll Weltwährung werden
Das ist nichts anderes als ein milliardenschwerer Angriff auf den Dollar. China ist mit Devisenreserven von 2.100 Milliarden Dollar der bei weitem größte Gläubiger der Amerikaner. Schon lange kämpft China gegen die Vormachtstellung des Dollars an – und die Begebung von Anleihen in lokaler Währung Yuan ist eine wirksame Waffe. Schon die Yuan-Emission der China Development Bank Ende Juli war eine ernste Warnung. Jetzt folgt die Regierung in Peking mit dem zweiten Schritt, der Ausgabe von Staatsanleihen. Hintergedanke: Chinesische Exporteure sollen künftig Exportgeschäfte immer häufiger in Yuan abwickeln und den Dollar links liegen lassen. Der Aufstieg des Yuan zur Weltwährung ist aus Sicht der Chinesen ein Langfristziel.

Weltreservewährung unter Druck
Für den ohnehin angeschlagenen Dollar bedeutet das nichts Gutes. Die ausufernde Staatsverschuldung in den USA sorgt ohnehin für Druck auf den Dollar, die schwächelnde Welt-Reservewährung Nummer eins. Wenn jetzt die Chinesen die Daumenschrauben anziehen, könnte der Dollarkurs noch weiter fallen. Für Anleger aus dem Euro-Raum wäre das ziemlich unangenehm. Erstens werden die Aktien europäischer Exporttitel weiter unter Druck geraten, weil die Ausfuhren spürbar erschwert werden. Zweitens werden Investments im Dollar-Raum weniger wert. Das betrifft nicht nur US-Aktien und Anleihen, sondern auch die meisten Veranlagungen in Asien und anderen Schwellenländern.

Dollar-Risiko minimieren
Deshalb sollten österreichische Anleger darauf achten, dass ihr Dollar-Engagement nicht zu groß ist. Das Dollar-Risiko lässt sich zum Beispiel durch den Kauf von währungsgesicherten Fonds-Varianten reduzieren. So gibt es zum Beispiel den BRIC-Staaten-Aktienfonds von Goldman Sachs in einer währungsgesicherten Variante (ISIN LU0248245358). Mit diesem Fonds setzt man außerdem auf den weiteren Aufstieg der neuen Wirtschafts-Supermächte Brasilien, Russland, Indien und China, die sich bisher alle am Dollar orientieren. Eine weitere Möglichkeit ist der Kauf von Rohstoffinvestments. So reagiert der Goldpreis meist mit einem Anstieg, wenn der Dollar zur Schwäche neigt. Goldminenfonds wie der BlackRock World Gold (LU0171305526) sind ein probates Mittel, um von einem steigenden Goldpreis zu profitieren. Auch Öltitel und andere Rohstoffaktien und -fonds bieten einen gewissen Schutz gegen fallende Dollarkurse.

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