Martin Kwaukas Geldtipp der Woche: Wie tief ist Ihre Hausfinanzierung unter Wasser?

Wenn dem eigenen Haus eine Überschwemmung droht, wird sofort versucht, zu retten, was zu retten ist. Wenn aber die Finanzierung der Immobilie unter Wasser ist, passiert in den meisten Fällen gar nichts.

Hunderttausende Häuslbauer haben ihre eigenen vier Wände über ein Fremdwährungsdarlehen samt Tilgungsträger errichtet. Jedem Bauherrn dürfte klar sein, dass die Finanzkrise tiefe Spuren in der Finanzierung hinterlassen hat. Trotzdem gibt es nur wenige Schuldner, die sich laufend über ihren ­finanziellen Status unter­richten.

Depot jetzt checken
Für alle aus der Gruppe jener, die am liebsten gar nicht genau wissen wollen, wie schlimm die Lage ist, gibt es eine gute Nachricht: Es sieht jetzt in den meisten Fällen um Häuser besser aus als im Frühjahr. Die Finanzmärkte haben sich spektakulär erholt. Davon haben vor allem diejenigen profitiert, die den künftigen Tilgungsbetrag regelmäßig über eine Fondspolizze oder einen Fonds ansparen. Möglicherweise liegt der Tilgungsträger sogar wieder im positiven Bereich. Deshalb der erste Tipp: Erkundigen Sie sich jetzt nach dem Stand des Tilgungsträgers, und vergleichen Sie das Ergebnis mit dem Depotauszug vom Jahresanfang – es gibt hoffentlich eine positive Überraschung. Der Ist-Stand ist eine gute Ausgangsbasis, um sich die weitere Vorgangsweise zu überlegen.

Rechtzeitig vom Gas gehen
Derzeit entwickeln sich die Börsen weiter freundlich. Auf die Frage, wie lange die Aufwärtsphase anhält, kann es keine ­exakte Antwort geben. Es ist gut möglich, dass das schöne Börsenwetter noch bis kommenden März anhält, ein früherer Rückschlag ist aber jederzeit möglich. Deshalb der zweite Tipp: Wenn Sie die Veranlagung des Tilgungsträgers beeinflussen können, sollten Sie bald beginnen, etwas Gas wegzunehmen. Wenn Sie zu 100 Prozent in Aktien veranlagt sind, könnten Sie zum Beispiel beginnen, 10 oder 20 Prozent des Vermögens in einen sicheren Bereich umzuschichten, und falls die Börsen weiter steigen in ein paar Monaten den nächsten Schritt setzen. Wenn die Börsen deutlich korrigieren, können Sie ja jederzeit wieder zurück in Aktien wechseln.

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