Martin Kwaukas Geldtipp der Woche: Was ist sicher, wenn alles zu wanken anfängt?

Die Angst ist wieder da. Nach einer 13-monatigen Phase der Börsen-
beruhigung liegen jetzt die Nerven der Anleger erneut blank. Wie weit der aktuelle Kursrutsch diesmal gehen wird, kann niemand sagen. Tatsache ist, dass man sowohl eine zumindest vorläufige Rettung als auch eine irgendwann doch eintretende Pleite Griechenlands einkalkulieren muss. Falls die Ouzo-Finanzen bis Mitte Mai halbwegs saniert sind, können sich die Börsenkurse rasch wieder erholen. Wenn die griechischen Säulen aber wirklich wanken, kann das einen Domino-Effekt auf andere Eurostaaten wie Portugal oder Spanien bewirken. Nicht einmal das bisher Undenkbare, ein Zerbrechen der Eurozone, kann für die nächsten Jahre völlig ausgeschlossen werden. In diesem Szenario sind selbst Euro-Anleihenfonds kein absolut sicherer Hafen mehr. Schließlich können Anleger kaum erkennen, in welchen Papieren ihr Fonds aktuell positioniert ist.

Breite Streuung auf Geld- und Sachwerte  
Ein Patentrezept gegen eine massive Verschärfung der Finanzkrise gibt es leider nicht. Wenn schon vermeintlich bombenfeste Euro-Staatsanleihen nicht mehr über jeden Zweifel erhaben sind, was dann? Wer rechtzeitig den FORMAT-Geldtipp vom 16. April beherzigte, „jetzt die Bargeldquote zu erhöhen, um in einer Schwächephase wieder aufzustocken“, kann die Börsenturbulenzen jedenfalls relativ entspannt beobachten. Wer erst sein Vermögen neu positionieren möchte, sollte die Veranlagungsstrategie möglichst breit ausrichten und nicht nur Geldwerte, sondern auch Sachwerte berücksichtigen. Staatsanleihen aus den solideren Euro-Staaten wie Deutschland, Österreich oder Finnland sind immer noch eine ziemlich sichere Bank und damit ein sinnvoller Depotbestandteil. Allerdings liegen die Zinsen momentan sehr tief, und zudem sind temporäre Kursverluste möglich. Sparer, die ihr Geld österreichischen Banken anvertrauen, können ebenfalls beruhigt schlafen, zumal dann, wenn die Grenze der Einlagensicherung von 100.000 Euro nicht überschritten wird.

Quantum Gold
Ein Teil der Anleihenquote sollte in Staaten außerhalb der Eurozone investiert werden. Dabei sollten auch Fonds mit Schwelllenländer-Bonds berücksichtigt werden, weil dort die Staatsverschuldung in der Regel deutlich niedriger ist als in Industriesaaten. Natürlich unterliegen vor allem Anleihen in lokalen Schwellenlandwährungen einem erhöhten Währungsrisiko, langfristig ist aber eher mit Auf- als mit Abwertungen zu rechnen. Ein Quantum Gold ist ebenfalls ein vernünftiger Vermögensbaustein. Falls die Eurozone weiter unter Druck geraten sollte, ist ein steigender Goldpreis nur eine Frage der Zeit. Dabei könnte auch die Marke von 1.500 Euro pro Unze mit Leichtigkeit überschritten werden. Etwas physisches Gold im Tresor zu haben ist beruhigend. Langfristig erfolgversprechender sind aber Goldminen-Aktienfonds wie der BlackRock World Gold. Immobilien sind als Sachwerte auch ein gewisser Schutz in unruhigen Zeiten. Das können durchaus auch Immobilienwertpapiere sein. Zwar können die Börsenkurse mitunter weit vom inneren Wert abweichen, was ja bei Immofinanz & Co in einem extremen Ausmaß passiert ist. Wie die spektakuläre Erholung zeigt, zählt auf Dauer aber doch die vorhandene Substanz.

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