Martin Kwaukas Geldtipp der Woche:
Teurere Kredite zur Sanierung der Banken

Es ist eine eigenartige Allianz. Die ­Finanzmarktaufsicht will jetzt gemeinsam mit der Nationalbank und einigen Großbanken das endgültige Aus für Fremdwährungskredite durchsetzen.

Man muss kein Prophet sein, um die Folgen vorauszusehen: Die Immobilienfinanzierung wird künftig deutlich teurer werden. In den vergangenen Jahren lag der Frankenzinssatz im Schnitt um rund 1 Prozent günstiger als die Eurozinsen, mit diesem Abstand ist auch in den kommenden Jahren zu rechnen. Dazu waren die Verdienstspannen der Banken kleiner, weil Frankenkredite transparenter als Eurohypotheken konstruiert sind: Es wird einfach auf den variablen Franken-Basiszinssatz eine klar definierte Bankenmarge aufgeschlagen, die in manchen Fällen sogar unter 1 Prozent liegt. Bei Eurovarianten ist die Verdienstspanne der Geldinstitute dagegen viel schwerer zu durchschauen – und liegt dementsprechend oft bei 2 Prozent und höher. Das heißt: In Summe haben sich Hausherren bis zu 2 Prozent Zinsen im Jahr gespart. Zwar steht dem das Risiko von Währungsverlusten gegenüber. Derzeit dürfte aber die überwiegende Zahl der Frankenverträge weit im Plus liegen.

Die Bremse gezogen
Es ist durchaus verständlich, dass die FMA die einst ­allzu großzügige Vergabe von Franken­dar­lehen einbremst, zumal den meisten Kunden auch noch ein riskanter Tilgungsträger dazuverkauft wurde, mit dem die endfälligen Frankenschulden einst zurückgezahlt werden sollten. Dabei ist es zu haarsträubenden Exzessen gekommen. So wurden sogar einzelne Aktien wie etwa die Immofinanz als Tilgungsträger verhökert. Doch geht es der FMA nicht um Konsumentenschutz, sondern um den Schutz der Großbanken. Diese haben auch in Osteuropa jede Menge Fremdwährungskredite vergeben, sogar an Autokäufer. Weil dies die Stabilität der Institute ­massiv gefährdet, wurde die Notbremse ge­zogen. Allerdings nicht in Osteuropa, wo es nach wie vor neue Frankenkredite gibt, sondern nur in Österreich. So zahlen künftige Generationen von Hausherren die Sanierung des Bankensystems mit. Das ist nicht nur ein individuelles, sondern auch ein volkswirtschaftliches Pro­blem: Teurere Kredite sind langfristig auch eine Wachstumsbremse.

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