Martin Kwaukas Geldtipp der Woche:
Tel Aviv spielt künftig in erster Börsenliga

Wenn die Experten der Aktien­indexfamilie MSCI Änderungen an der Komposition ihrer Börsenbarometer vornehmen, schlägt das oft hohe Wellen. Meist geht es dabei um ein Auswechseln von bestimmten Aktien, Anfang der Woche wurde sogar ein ganzes Land umgestuft. Ab 2010 zählt Israels Börse in Tel Aviv nicht mehr zu den Schwellenländern, sondern steigt in die erste Liga der etablierten Märkte auf. Das hat weitreichende Konsequenzen: Viele Investoren dürfen nur an den klassischen Börsen investieren und mussten daher Israel links liegen lassen. In Zukunft rückt also Tel Aviv stärker in den Fokus.

Heuer 20,9 Prozent plus
Das kann sich für die Anleger bezahlt machen. Die technologielastige Börse hat sich in den vergangenen 12 Monaten vergleichsweise stabil entwickelt, und mit 21 Prozent Gewinn aus Sicht eines Euroinvestors kam der MSCI Israel heuer hervorragend aus den Startlöchern. Allerdings ist es mangels geeigneter Instrumente nicht ganz einfach, in Israel zu investieren. Eine gute Lösung ist das Indexzertifikat auf den MSCI Israel von Morgan Stanley (GB00B2PNLC60), das an Börsen wie der Euwax in Stuttgart gehandelt wird (siehe Grafik ) . Morgan Stanley, Goldman Sachs oder ABN Amro haben übrigens eine ganze Reihe von exotischen MSCI-Länderzertifikaten aufgelegt, mit denen man ganz spezielle Anlagestrategien fahren kann, die sich noch nicht mit Fonds abdecken lassen. So findet man, wenn man auf der Homepage der Börse Stuttgart unter dem Punkt „Anlagezertifikate“ den Suchbegriff „MSCI“ eingibt, unter anderem Produkte auf den Länderindex von Bahrain, Indonesien, Jordanien, Oman oder Pakistan.

Schutz im Konkurs-Fall
Wer nicht so gerne in Zertifikate investiert, sei es wegen Zweifel an der Bonität des Emittenten oder wegen der 25-prozentigen KESt, findet immer mehr börsengehandelte Fonds, sogenannte ETF, die sich an MSCI-Indizes orientieren. Bei diesen Indexfonds fällt das Vermögen der Anleger im Falle einer Insolvenz der Fondsgesellschaft als ausgesondertes Sondervermögen nicht in die Konkursmasse. Außerdem werden Er­träge in Fonds nur zu etwa fünf Prozent besteuert, wenn die Spekulationsfrist eingehalten wird. Allerdings müssen die ETF auch steuerlich „blütenweiߓ sein, was aber noch nicht die Regel ist. Blütenweiße Ausnahmen sind zum Beispiel viele db x-tracker der Deutschen Bank wie etwa der db x-tracker MSCI Russia ETF (LU0322252502).

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