Martin Kwaukas Geldtipp der Woche:
Software erkennt kursrelevante Nachrichten

Bisher war das New Yorker Investmenthaus Highbridge als Hedgefondsmanager bekannt. Das Flaggschiffprodukt, der Statistical Market Neutral (ISIN LU0273792142), entwickelt sich weitgehend unabhängig von allen Börsenschwankungen und liegt mit einem 12-Monats-Ertrag von 1,9 Prozent um 4,8 Prozent besser als der Durchschnitt der Konkurrenz. Noch besser laufen zwei Fonds der JPMorgan-Tochter Highbridge, die konventionelle Wege gehen. Der JPM Highbridge Europe Steep, (ISIN LU0325073012) in­vestiert wie ein klassischer Europaaktienfonds direkt auf den Anstieg der Börse. Sein Pendant, der US Steep (LU0325074259), agiert nach gleichem Muster an der Wall Street. Beide Fonds nutzen die Expertise des Hedgefondshauses, das besonders gute beziehungsweise schlechte Aktien mit einem computergestützten System herausfilterte. Anders als ein marktneutraler Hedgefonds gehen aber die Steep-Fonds nicht gleichzeitig long und short, sondern setzen nur long auf steigende Kurse.

Schneller Dreh von Einzeltiteln  
So nutzt Marlene Francisco, die Fondsmanagerin der Europavariante, kleine Bewertungsunterschiede aus, um kurzfristig Profite herauszuschlagen. Dafür liegt die Zahl der gehaltenen Aktien mit über 650 Einzeltiteln mehr als sechsmal höher als im Branchenschnitt. Ein zentrales Hilfsmittel ist eine Worterkennungs-Software, mit der kursrelevante Meldungen gefiltert werden. Durch diesen Automatismus kann sie sich oft schneller positionieren als ihre Konkurrenten, die erst jeden einzelnen Text lesen müssen. Da der Wissensvorsprung rasch schwindet, wird auch bald wieder Kasse gemacht. Um die entstehenden Transaktionsspesen in Grenzen zu halten, wird nur in liquide Titel investiert. Mitunter gelingt es sogar, von den elektronischen Börsen Bonuszahlungen für die Erhöhung der Börsenliquidität zu kassieren.

Nicht von schlechten Eltern
Die bisher erzielten Resultate der noch jungen Fonds können sich sehen lassen. Wer Ende Februar 2008 den Betrag von 10.000 Euro in den Europe Steep investierte, besaß Ende August 2009 9.193 Euro. Das klingt auf den ersten Blick nicht gerade berauschend. im Vergleich zu den Mitbewerbern, die derzeit im Schnitt auf 7.729 Euro abgerutscht sind, braucht sich aber Fondsmanagerin Francisco wirklich nicht zu verstecken. Auch die 32,5 Prozent Plus seit Anfang 2009 sind nicht von schlechten Eltern. Ähnlich positiv die ­Bilanz des US Steep: Aus 10.000 Euro Startkapital machte er 9.052 Euro, die Konkurrenz nur 7.900 Euro. Auffällig: Beide Fonds holten ihren Vorsprung nach der Trendwende der Börsen nach oben heraus (siehe Grafiken JPM Highbridge Europe STEEP und JPM Highbridge US STEEP ) .

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