Martin Kwaukas Geldtipp der Woche: So erhalten Sie mehr Prozente für Ihre Polizze

Klassische Lebensversicherungen sind bekanntlich nicht gerade ein Renditeturbo. Heuer ist die Gewinnbeteiligung bei den meisten Assekuranzen auf unter vier Prozent gesunken. Außerdem werden diese Zinsen nur auf den Teil der Prämie gutgeschrieben, der nach Abzug von Kosten und Steuern übrig bleibt.

Bei einem Vertrag mit 20-jähriger Laufzeit dauert es deshalb über ein Jahrzehnt, bis das angesparte Guthaben erstmals höher ist als die Summe aller eingezahlten Prämien. Auch zum Ablaufdatum ist die Nettorendite eher mager und deckt im Wesentlichen die Inflation ab. Das heißt: Eine klassische Lebensversicherung dient vor allem dem Erhalt der Kaufkraft der Einzahlungen.

Drei Tricks für höhere Erträge
Umso wichtiger ist es, wenigstens alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um die Rendite um das eine oder andere Zehntelprozent aufzufetten.

Die erste und wichtigste Maßnahme dabei ist die Umstellung auf Jahresprämienzahlung. Die Versicherungen verlangen nämlich für die monatliche Prämie einen Zuschlag von bis zu sechs Prozent als eine Art ­Ratenzahlungskreditzins. Der tatsäch­liche Jahreszinssatz bei der Monatsprämie beträgt aber nicht sechs, sondern sogar 12 Prozent! Das liegt daran, dass ja die Zahlung der Prämie nur ein halbes Jahr gestundet wird. Statt zum Beispiel die gesamte Prämie zu Jahresanfang zu zahlen, erfolgt ja die Einzahlung monatlich ab Jänner, im Schnitt also zur Jahresmitte. Sie können also, wenn Sie etwas Geld vom Sparbuch nehmen, um die Lebensversicherung auf Jahresprämie umzustellen, üppige 12 statt bisher bestenfalls zwei Prozent kassieren. Das funktioniert nicht nur bei Neuabschlüssen, sondern auch bei bereits laufenden Versicherungen. Übrigens ist auch die Umstellung Ihrer Autopolizze auf Jahresprämie ähnlich lukrativ. Nur bei einer fondsgebundenen Lebensver­sicherung macht eine Jahresprämie keinen Sinn, weil es hier keine Zuschläge für Monatsraten gibt. Außerdem profitiert man bei 12 Zahlungen per annum stärker von unterjährigen Kursschwankungen – Stichwort Cost-Average-Effekt.

Verträge mit kürzerer Zahlung abschließen.  Der zweite Trick, um die Rendite der klassischen Lebensversicherung ­etwas aufzufetten: Vereinbaren Sie vor Vertragsabschluss eine verkürzte Prämienzahlungsdauer. Wenn die Laufzeit der Versicherung zum Beispiel 20 Jahre beträgt, ist es sinnlos, bis zum Ende Prämien zu entrichten. Allein der Abzug der Versicherungssteuer kostet Sie im letzten Jahr vier Prozent der Einzahlung. Die aus den Raten im Ablaufjahr zusätzlich erzielbare Gewinnbeteiligung ist geringer als die anfallende Steuer. Faust­regel: Wählen Sie eine Ein­zahlungsdauer, die ein bis zwei Jahre kürzer ist als die Laufzeit Ihrer Lebensversicherung. Achtung: Bei bereits bestehenden Verträgen lohnt sich diese ­Umstellung nicht, weil die Vertrags­adaption höhere Kosten verschlingt.

Drittens sollten Sie eine vereinbarte jährliche Wertanpassung der Prämie in den letzten drei bis fünf Jahren stoppen. Das kann die Rendite der Lebensversicherung um ein bis zwei Zehntel steigern. Die Ursache ist, dass die jährliche Valorisierung der Prämie die Kosten leicht erhöht und versicherungstechnisch immer wieder zu einer Neukalkulation des Vertrages führt. Laut Versicherungsmathematiker ­Helmut Holzer ist die Aussetzung der Prämienvalorisierung auch bei laufenden Versicherungsverträgen ohne Probleme möglich, weil jede neue Erhöhung rechtlich ein freiwilliges Angebot der Versicherung ist, das man ohne Nachteile ausschlagen kann.

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