Martin Kwaukas Geldtipp der Woche: Schutz gegen den schwachen US-Dollar

Die Entscheidung, ob Anleger jetzt eher in den Euro oder in den US-Dollar gehen sollen, ähnelt der sprichwörtlichen Wahl zwischen Pest und Cholera.

In der Eurozone drohen Club-Med-Staaten wie Griechenland in die Pleite zu rutschen, während Irland zig Milliarden Euro versenkt, damit die verstaatlichten Zombie-Banken nicht kollabieren. In den USA will die Konjunktur immer noch nicht anspringen, weshalb die US-Notenbank ankündigt, die Notenpresse noch schneller arbeiten zu lassen. Nachdem der Euro im ersten Halbjahr stärker in Misskredit geriet, hat sich das Blatt seit Mitte Juni gewendet, und die Anleger flüchten Hals über Kopf aus dem Dollar.

Druck auf Exporteure

Die aktuelle Dollar-Schwäche ist aus Sicht eines Euro-Anlegers wesentlich unangenehmer. Alle Vermögensbestandteile, die in Dollar oder Dollar-nahen Währungen gehalten werden, leiden unter dem Wechselkurseffekt. Zusätzlich werden auch die Geschäfte der europäischen Exportunternehmen, die derzeit die Konjunktur stützen, durch die Dollar-Schwäche erschwert. Noch wird diese Konsequenz allerdings von der Börse ignoriert – es fragt sich nur, wie lange noch.

Für Anleger gibt es einige Möglichkeiten, das Depot zumindest halbwegs gegen die Konsequenzen der Dollar-Schwäche zu immunisieren. Ein Mittel ist Gold, das auf den fallenden Dollar mit immer neuen Kursrekorden reagiert. Bei Münzen hat ein Euroanleger allerdings das Problem, dass sich unter dem Strich der steigende Goldpreis und der fallende Dollar ausgleichen und man insgesamt auf der Stelle tritt. Besser ist es, sich einen Goldminenaktienfonds ins Depot zu legen, zum Beispiel den BlackRock World Gold oder den Pioneer Gold Stock (Infos unter www.format.at , Stichwort Fonds). Außerdem offerieren immer mehr Banken Fonds, deren Dollar-Komponente abgesichert ist. Viele dieser Anteilsklassen sind mit dem Namensbestandteil „hedged“ versehen. Achtung: Es reicht nicht, wenn nur die Währungsangabe eines Fonds auf Euro lautet. In der Regel wird dann der Dollar-Kurs einer Aktie oder Anleihe nur umgerechnet, aber nicht währungsgesichert.

- Martin Kwauka

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