Martin Kwaukas Geldtipp der Woche: Rasch verkaufte Autos & Kleider als Absetzposten

Steuertrick: Verluste mit Spekulationsgewinnen aus Wertpapierverkäufen saldieren

Es gibt Geschäfte im Leben, bei denen von vornherein klar ist, dass sie nur mit einem Verlust enden können. Dazu gehört zum Beispiel der Kauf eines Neuwagens, den man schon binnen Jahresfrist wieder gebraucht abstößt. Auch ein Brautkleid ist naturgemäß nur zu einem Bruchteil des ursprünglichen Kaufpreises weiterzuverkaufen, obwohl es nur einen Tag lang getragen wurde. Doch man muss solche Verluste nicht einfach in den Rauchfang schieben. Clevere Anleger nutzen das entstandene Minus als steuerlichen Absetzposten.

Plus und Minus verrechnen

Hintergrund dieses Steuertricks: Wer Wertpapiere wie Aktien, Anleihen oder Fonds innerhalb der Spekulationsfrist von 12 Monaten mit Gewinn verkauft, muss diesen in der Steuererklärung angeben. Abhängig vom persönlichen Steuersatz, kassiert der Finanzminister davon bis zu 50 Prozent. Eine große Anzahl von Privatinvestoren ignoriert bekanntlich die Pflicht zur Versteuerung. Dabei besteht natürlich immer die Gefahr, dass das Finanzamt irgendwann diese Steuerhinterziehung bemerkt. Eleganter ist es allemal, den legalen Weg zu beschreiten. In einem ersten Schritt kann man die Gewinne mit entsprechenden Spekulationsverlusten verrechnen. Wenn man zum Beispiel eine Aktie nach einem halben Jahr mit 1.000 Euro Profit verkauft und eine andere nach ein paar Monaten mit 1.000 Euro Verlust abstößt, ergibt sich unter dem Strich ein Steuersaldo von null. Wichtig ist hierbei, dass beide Verkäufe im selben Kalenderjahr stattfinden, weil es nicht möglich ist, einen Ausgleich über mehrere Jahre zu bilden. Übrigens: Wenn am Jahresende maximal 440 Euro Spekulationsgewinn übrig bleiben, ist das steuerlich unerheblich. Bei 441 Euro wäre allerdings rückwirkend der Gesamtgewinn zu versteuern.

Laut dem Wiener Steuerberater Joseph Böck sind auch alle Anschaffungen des Alltags potenzielle Spekulationsgeschäfte, wenn sie innerhalb von 365 Tagen verkauft werden, also auch Auto, Brautkleid usw. Das heißt: Im Zweifelsfall ist es sinnvoll, eine Sache schon nach elf Monaten und ein paar Tagen loszuschlagen, die Belege zu sammeln und dann die Verluste mit Spekulationsgewinnen aus Wertpapierverkäufen zu saldieren.

- Martin Kwauka

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