Martin Kwaukas Geldtipp der Woche:
Ölaktien als dauerhaft wahre Werte

Die Aktien der Ölkonzerne waren in den letzten Monaten kein Renner. Das ist angesichts eines Ölpreises, der von 150 Dollar pro Fass im Sommer 2008 auf derzeit 50 Dollar gesunken ist, kein Wunder. Man muss kein Prophet sein, um schon bald wieder steigende Ölpreise vorherzusagen. Einerseits wurden durch den niedrigen Ölpreis viele neue Bohrprogramme gestoppt, andererseits wird sich die Nachfrage bei einer Erholung der Weltwirtschaft wieder rasch beleben. An den Tankstellen könnten schon bald wieder neue Rekordpreise verlangt werden. Steigende Preise heißen klarerweise wieder steigende Gewinne der Ölmultis, die großteils finanziell ausgesprochen solide dastehen. Bei Ölaktien sind die Einstiegschancen deshalb derzeit so günstig wie schon lange nicht, wie auch eine Studie der Investmentbank Exane BNP Paribas zeigt.

Langfristig tiefes KGV
Exane BNP Paribas hat in einer jüngsten Analyse das Kurs-Gewinn-Verhältnis internationaler Unternehmen auf Basis der Durchschnittsgewinne über einen Zehn-Jahres-Zyklus, das sogenannte Cape-KGV (Cyclical Adjusted PE), analysiert, um das Auf und Ab der Ergebnisse zu glätten. Das Ergebnis der Studie, die sich auf die Suche nach echten Value-Aktien begeben hat: Eindeutig am günstigsten sind derzeit Öl- und Gasunternehmen bewertet. Und ein niedriges Cape-Niveau hat in der Vergangenheit meist hohe Börsengewinne zur Folge gehabt, während umgekehrt hohe Langfrist-KGVs beim Aktienkauf mit verhaltenem Börsenglück kombiniert waren.

Kaufempfehlungen
Am absolut billigsten ist laut Exane der spanische Energiekonzern Repsol mit einem Cape von 5,4 zu haben, für die Exane-Analysten eine eindeutige Kaufempfehlung. Ebenfalls auf der Kaufliste stehen die italienische Eni mit einem Cape von 6,4 und die französische Total mit 9,9. Diese drei Aktien erfüllten auch weitere Value-Kriterien, die als zusätzliche Sicherheitspolster dienen, wie etwa ein gutes Verhältnis von Schulden zum erwarteten Rohertrag im Jahr 2009 oder eine hohe Deckung der Dividenden durch die laufenden Gewinne. Für die Analysten von Exane BNP Paribas sind die Aktien so niedrig wie seit vielen Jahren nicht bewertet. Trotzdem zeigen selbst Kurse von Qualitätstiteln wie Total seit Monaten eine fallende Tendenz (siehe Grafik ). Allerdings zeichnet sich bereits eine Bodenbildung ab – die Basis für steigende Notierungen ist also gelegt.

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