Martin Kwaukas Geldtipp der Woche: Neuer Gold-Rekordpreis wird nicht letzter bleiben

Wenn Sie diese Kolumne regelmäßig lesen, haben Sie sicher schon einmal eine Empfehlung gelesen, Ihr Depot mit etwas Gold zu bestücken. Wenn Sie entsprechend ­disponiert haben, sind Sie bisher gut gefahren.

Mitte dieser Woche erreichte der Preis des Edelmetalls mit fast 1.100 Dollar pro Unze einen neuen Rekord. Ursache des jüngsten Kursanstiegs waren Meldungen, dass die indische Zen­tralbank auf einen Schlag 200 Tonnen Gold vom Internationalen Währungsfonds IWF gekauft hat. Der IWF will zur Stützung von Staaten, die unter der Krise besonders gelitten haben, 403 Tonnen Gold verkaufen. Jetzt ist bereits die Hälfte davon in guten Händen, ohne den Goldmarkt zu stören. Auch der Rest dürfte schon bald in den Tresoren anderer Notenbanken, etwa der chinesischen, landen.

Das Dollar-Gold-Verhältnis
Die jüngste Entwicklung zeigt, dass der Höhenflug noch länger anhalten könnte. Viele Notenbanken aus Schwellenländern stehen nämlich vor einem Investitionsproblem: Wo sollen sie die wachsenden Devisenüberschüsse anlegen? Sollen sie wie gewohnt immer mehr Milliarden im US-Dollar deponieren, der derzeit kaum Zinsen bringt und obendrein zur Schwäche neigt? Mit anderen Worten: Soll man gutes Geld dem schlechten hinterherwerfen, um ein weiteres Abrutschen der weltweiten Leitwährung in Grenzen zu halten? Oder wäre es nicht gescheiter, die eigenen Reserven zu streuen, und zwar nach Möglichkeit in etwas, was tendenziell steigt, wenn der Dollar fällt? Die Antwort fällt immer häufiger zugunsten von Gold aus, das sich nicht nur durch Jahrhunderte den Nimbus der Krisenfestigkeit erworben hat, sondern seit einiger Zeit auch die Funktion eines Schutzes gegen einen müden Dollar eingenommen hat: Derzeit steigt der Goldpreis fast automatisch, wenn der Dollar zur Schwäche neigt.

Goldminen als Klassiker
Auch der Favorit der FORMAT-Redaktion für alle Gold-Investoren ist unseren Lesern kein Unbekannter: der BlackRock World Gold (ISIN LU0055631609). Wer vor zehn Jahren 10.000 Euro in diesen Minenaktienfonds investiert hat, besitzt heute 44.038 Euro. Zum Vergleich: Mit einem durchschnittlichen Goldfonds hat man nach der gleichen Zeitspanne 30.471 Euro – auch nicht schlecht, aber doch beachtlich weniger. Wie die Kursgrafik zeigt , hat das BlackRock-Rohstoffteam diesen Vorsprung fast kontinuierlich ausbauen können. Heuer waren aus Sicht eines Euro-Investors mit dem Fonds bereits 31 ­Prozent zu verdienen, wobei der jüngste Anstieg noch gar nicht voll eingepreist ist. Wenn der Dollar weiter fällt, kann der Goldpreis auch schnell in Richtung 1.500 Dollar marschieren. Manche Experten nehmen schon Marken jenseits von 2.000 Dollar ins Visier. Das bleibt vorläufig Zukunftsmusik – aber früher oder später wird auch diese Hürde überwunden werden. Man kann sich heute schon darauf vorbereiten.

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