Martin Kwaukas Geldtipp der Woche: Jetzt Weihnachtsgeld für Selbständige sichern

Zum Jahresende stellt sich der Finanzminister bei Freiberuflern und anderen Einnahmen-Ausgaben-Rechnern mit einer Art Weihnachtsgeld als üppigem Steuergeschenk ein. Zu den Begünstigten zählen auch Ich-AGs, die unfreiwillig als Scheinselbständige dahinwurschteln, oder Angestellte, die sich das Gehalt mit einem selbständigen Nebenjob aufbessern.

Bis zu 100.000 Euro steuerfrei
Unter dem Titel Freibetrag für investierte Gewinne kann man bis zu zehn Prozent des selbständigen Jahreseinkommens steuerfrei stellen, maximal bis zu 100.000 Euro. Spitzenverdiener könnten so heuer bis zu 50.000 Euro netto zusätzlich kassieren. Trotzdem verzichten viele Steuerzahler auf den Steuerbonus, weil in der Weihnachtshektik andere Dinge Vorrang haben. Weil alle absetzbaren Investitionen unbedingt bis spätestens 31. Dezember getätigt werden müssen, sollte man schon jetzt handeln. Anhand einer groben Überschlagsrechnung wird das anrechenbare Jahreseinkommen ermittelt. Beispiel: Wem nach Abzug aller Kosten aus einem selbständigen Nebenjob 10.000 Euro Einnahmen-Ausgaben-Gewinn übrig bleiben, sollte für heuer 1.000 Euro ­Investitionen nachweisen. Das kann ein neuer, beruflich verwendeter Laptop sein oder ganz einfach der Kauf bestimmter begünstigter Wertpapiere. Diese Investitionen müssen jeweils für mindestens vier Jahre getätigt werden. Achtung: Rechnungen für Immobilien oder Autos werden vom Fiskus gestrichen.

Fonds-Empfehlungen
Begünstigt sind zum Beispiel Fonds, die zur Deckung von Pensionsrückstellungen zugelassen sind. Der Fonds mit dem derzeit besten Jahresergebnis ist der Apollo 1 Styrian Euro Bond (ISIN AT0000747019) mit einer Zwölfmonatsrendite von 12,8 Prozent. Der Fonds legt in sichere Euroanleihen mit einem Mindestrating von AA an. Haken: Falls die Zinsen wieder steigen, könnte es wegen der relativ langen Anleihelauf­zeiten zu einer Phase mit mageren ­Erträgen kommen. Mit 12,1 Prozent Jahresplus folgt fast gleichauf der C-Quadrat Arts Total Return Vorsorge . Dieser Fonds reagiert durch seinen Aktienanteil, der computergesteuert zwischen null und 70 Prozent schwankt, deutlicher auf Börsenentwicklungen, ist aber dafür nicht so stark von Zinsentwicklungen abhängig. Man muss kein Depot eröffnen, um den Investfreibetrag zu nutzen. Auch das Sparen bei www.bundesschatz.at ist möglich. Die Zinsen sind dort momentan eher mager, viel wichtiger ist aber ohnehin die hohe Rendite aus dem Steuerbonus.

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