Martin Kwaukas Geldtipp der Woche: In den
Euro umschulden kann sehr teuer werden

Den Fremdwährungskrediten soll jetzt endgültig das Wasser abgedreht werden. Die Finanzmarktaufsicht (FMA) will ab 22. März nicht nur die Neuvergabe von Schweizer Franken und Co an Privatkunden untersagen, sondern auch die Banken anweisen, das bestehende Kreditvolumen abzuschmelzen.

Für die Kunden heißt das erhöhter Alarm, wenn die Bank demnächst freundlich zu einem Beratungsgespräch einlädt, um einen Umstieg auf den Euro schmackhaft zu machen. Es ist leicht vorstellbar, wie das ablaufen wird: Zuerst ist die Rede vom aktuell stark verkleinerten Zinsvorteil des Frankens, anschließend wird mit den unsicheren Zeiten im Allgemeinen sowie der Schwäche des Euros und der jüngsten Stärke des Frankens im Speziellen Angst gemacht. Schließlich wirbt die Bank mit einem spesengünstigen Offert zur Konvertierung des Kredits in die Heimatwährung.

Im Interesse der Banken
Das Interesse ist klar: Die Bank will das eigene Risiko reduzieren. Das heißt aber noch lange nicht, dass der Wechsel in den Euro jetzt auch gut für ihre Kunden ist. Es stimmt, dass der Franken wegen der Griechenland-Probleme derzeit bei Anlegern und Spekulanten als sicherer Hafen gefragt und deshalb gestiegen ist. Das bedeu­tet aber für Schuldner, dass der Tausch in den Euro momentan besonders teuer wird. Die Erfahrung zeigt, dass Spekulationen auf einen steigenden Franken, wie sie schon im Herbst 2008 grassierten, sehr rasch platzen können (siehe Grafik ) . Wer aussteigen will, sollte gut überlegen, ob ausgerechnet jetzt dafür ein guter Zeitpunkt ist. Außerdem empfiehlt es sich, die Bedingungen für den neuen Euro-Kredit auf Herz und Nieren zu prüfen, damit sich die Bank kein Körberlgeld holt: Ist der Zins­aufschlag zum Euribor genauso hoch wie der zum Franken? Gilt dies nur für einen kurzen Zeitraum oder auf Dauer? Verrechnet die Bank Spesen für den Wechsel? Und nicht zuletzt: Ist es nicht doch besser, einfach im Franken zu bleiben?

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