Martin Kwaukas Geldtipp der Woche:
Immobilienaktien von solid bis spekulativ

Am 9. Februar wurden als Geldtipp der Woche österreichische Immobilienaktien empfohlen. Sollten Sie dem damaligen Rat gefolgt sein, hätten Sie gut zwei Monate später bereits erfreuliche Gewinne erzielt. So stiegen zum Beispiel conwert seither um 16 Prozent, CA Immo um 29 Prozent und Sparkassen Immobilien sogar um 70 Prozent. Natürlich kann man jetzt überlegen, Gewinne mitzunehmen. Es spricht aber vieles dafür, dass der Aufholprozess weitergeht.

Vorsicht bei Buchwerten
Auch nach dem Kursanstieg notieren die Aktien noch zu einem Bruchteil des inneren Wertes. So beträgt zum Beispiel der bilanzielle Buchwert einer conwert-Aktie 15,55 Euro, der Preis an der Börse lag vergangenen Mittwoch bei 5,35 Euro, also bei rund einem Drittel. Bei den Sparkassen Immobilien stand einem Buchwert von 9,59 Euro ein Kurs von 3,66 Euro gegenüber. Bei den anderen Immowerten zeigt sich ein ähnliches Bild. Natürlich sind solche Buchwerte mit Vorsicht zu betrachten. Erstens beruhen diese auf Schätzgutachten, die von Anlegern kaum zu überprüfen sind, zweitens sind heuer weitere Korrekturen nach unten zu erwarten. Und drittens ist es ziemlich wahrscheinlich, dass die Aktienkurse auch in guten Zeiten allenfalls 80 Prozent der Buchwerte erreichen werden.

Streuung als Sicherheitsmaßnahme
Selbst wenn man die offiziellen Buchwerte halbiert, bleibt einiges Potenzial übrig. Um das Risiko zu streuen, empfiehlt es sich, gleich auf mehrere Titel zu setzen. Am konservativsten sind Sparkassen Immobilien, conwert und CA Immo – wer hier auf Sicht von zwei oder drei Jahren kauft, kann eigentlich nicht viel falsch machen und hat die Chance, den Einsatz vielleicht sogar zu verdoppeln. Angesichts der derzeit sehr heftigen Kursausschläge von oft über zehn Prozent an einem Tag empfiehlt es sich, bei einer Aktienorder ein Preislimit anzugeben. Das Risiko eines ungünstigen Einstiegstags kann man weiter reduzieren, indem man in Etappen kauft. Am billigsten ist das bei Onlinebrokern möglich – dort kosten kleine Aufträge an der Wiener Börse nur Spesen in der Größenordnung von zehn Euro.

Volles Risiko mit 1,7-Hebel
Wer voll auf Risiko setzen möchte, findet im RCB-Turbozertifikat auf den Immo­basket 3 (ISIN AT0000A0CS92) ein heißes Eisen mit einem Hebel von 1,7. Steigen also die im Basket enthaltenen Aktien wie Atrium, CA Immo International, conwert, Immoeast oder Warimpex im Schnitt um 10 Prozent, gewinnt das Turbozertifikat 17 Prozent. Natürlich geht es auch mit 1,7fachem Tempo rapid abwärts, wenn die Kurse fallen. Man sollte also das Zertifikat laufend beobachten und gegebenenfalls die Reißleine ziehen. Es gibt keine Spekulationsfrist. Vom Gewinn werden 25 Prozent KESt abgezogen, bei einem Verlust wird einem An­leger umgekehrt KESt gutgeschrieben.
PS: Der Autor besitzt, das sei der ­guten Ordnung halber vermerkt, meh­rere der genannten Papiere.

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