Martin Kwaukas Geldtipp der Woche: Hoch verzinste Anleihen von Aufstiegskandidaten

Vor einem Jahr wurde Sparern noch der rote Teppich ausgelegt. Für einjährig gebundene Einlagen waren fünf Prozent selbst in Großbanken der Standardsatz. Wer jetzt sein abgelaufenes Sparbuch neu veranlagen will, bekommt nur noch einen Bruchteil davon angeboten. Es gibt derzeit nur zwei Möglichkeiten: Entweder bleibt man auf der sicheren Seite und akzeptiert magere Zinsen – oder man wahrt die Chance auf höhere Renditen, muss dafür aber ein gewisses Risiko eingehen.

Erste-Anleihe-Liga-Ambitionen
Für alle, die trotzdem im konservativen Bereich bleiben wollen, offeriert Sal. Oppenheim interessante Anleihenfonds, die auf höher verzinste Anleihen von Staaten wie Polen, Tschechien oder Mexiko setzen. Diese Schuldner haben gute Aussichten, dass sich ihre Anleihenmärkte schrittweise an die von etablierten Ländern anpassen. Mit anderen Worten: Es handelt sich nicht um die breite Masse der Schwellenländer, sondern um eine spezielle Auswahl relativ solider Staaten mit der Fantasie, in die erste Anleihe-­Liga aufzusteigen. Das bedeutet zum Beispiel die Aussicht auf eine künftige Mitgliedschaft in der Euro-Zone, eine Aufnahme in die EU oder ganz generell die realistische Perspek­tive auf sinkende Zinsen, die oft noch mit einer Chance auf steigende Wechselkurse verbunden ist. Umgekehrt kommen Staaten mit schlechtem Rating oder hoher Auslandsverschuldung für Oppenheim von vornherein nicht infrage.

Hartwährung pur oder mit einem Schuss Lokalwährung
Oppenheim-Fondsmanagerin Carmen Daub verwal­tet gleich zwei derartige Anleihenfonds. Der OP Extra Bond Euro-hedged (ISIN DE0009788026) legt nur in Anleihen an, die in Hartwährungen wie dem Euro nominiert sind, das Wechselkursrisiko von Dollar-Tranchen wird abgesichert. Beim zweiten Fonds, dem OP Extra-Portfolio (DE0008485699), werden auch Anleihen in lokalen Währungen wie dem polnischen Złoty oder der tschechischen Krone gehalten, die derzeit insgesamt etwa 40 Prozent des Fonds bilden. Bei diesen Euro-Kandidaten sieht Fonds­managerin Daub besondere Chancen. „Wenn zum Beispiel Polen 2012 Mitglied der Euro-Zone wird, was durchaus realistisch ist, könnten Anleger pro Jahr gegenüber klassischen Euro-Anleihen bis dahin einen jährlichen Zusatzertrag von 18,9 Prozentpunkten erzielen.“ Diesen beträchtlichen Chancen stehen natürlich auch Risiken gegenüber. Während sich beide Fonds in normalen Phasen besser als klassische Euro-Staatsanleihenfonds entwickelten, mussten im Zuge der Finanzkrise höhere Verluste hingenommen werden. Der Aufholprozess hat aber längst wieder eingesetzt.

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