Martin Kwaukas Geldtipp der Woche:
Fonds mit automatischer Kaufkraftsicherung

Die Notenbanken fluten derzeit die Finanzmärkte mit Geld, um das Bankensystem zu stabilisieren und die flaue Wirtschaft zu beleben. Wenn es den Herren des Geldes nicht gelingt, die ausufernde Liquidität bei einer Erholung der Wirtschaft rechtzeitig wieder einzudämmen, könnte die Inflation kräftig steigen. Selbst Inflationsraten von sieben Prozent wie Anfang der Achtziger­jahre sind nicht auszuschließen. Die ­Zeche müssten dann unter anderem ­Besitzer von länger laufenden Staatsanleihen beziehungsweise entsprechender Fonds zahlen: Ihr jetzt investiertes Kapital wäre bei Ablauf real erheblich weniger wert. Ob dieses Inflationsszenario wirklich eintritt, ist derzeit unsicher – die potenzielle Gefahr sollte aber ­jeder Anleger im Auge behalten.

Anleihen ohne Inflationsrisiko
Die einfachste Möglichkeit, sich ­gegen eine steigende Teuerung zu schützen, ist der Kauf eines Fonds, der in inflationsgeschützte Staatsanleihen investiert. Bei diesen wird der jährliche Zinskupon automatisch an die künftige Entwicklung der Verbraucherpreise angepasst. Der derzeit ertragreichste Fonds in dieser Spezialkategorie ist der Euro Inflation Linked Bond der Pioneer Austria (ISIN AT0000622626). Ein Einmalinvestment von 10.000 Euro in den Fonds anlässlich des Starts im Oktober 2004 hätte sich aktuell auf 11.327 Euro vor KESt vermehrt (siehe Grafik ). Ein Grund für die relativ gute Wertentwicklung des Fonds sind die niedrigen Spesen. Da der Fonds bisher vor allem an Großinvestoren verkauft wurde, betragen die jährlich fälligen Gesamtkosten für das Management nur äußerst moderate 0,25 Prozent.
Bisher gibt es relativ wenige Staaten, die inflationsgeschützte Anleihen aufgelegt haben. Pioneer-Fondsmanager Erich Hackl konzentriert sich deshalb derzeit auf Papiere aus Frankreich (65 Prozent) und Italien (30 Prozent), deutsche Anleihen bilden mit fünf Prozent des Fondsvermögens eine kleine Beimischung.

Rendite von 1,3 Prozent gesichert
Die Durchschnittsrendite der Anleihen im Fonds ist mit rund 2,7 Prozent entsprechend der aktuellen Zinslandschaft eher mager. Dafür bekommen aber Anleger auch in Zukunft eine reale Rendite von 1,3 Prozent gutgeschrieben. Sollte also die Inflation auf sieben Prozent steigen, klettern die Zinsen automatisch auf 8,3 Prozent. Das heißt: Man wird mit dem Fonds ­sicher nicht reich, aber man kann wenigstens die Kaufkraft vollständig erhalten und bekommt zusätzlich noch 1,3 Prozent Zinsen. Steigt die Inflation langfristig über diesen Wert, ist man mit dem inflationsgeschützen Fonds besser unterwegs als mit einem klassischen Euro-Anleihenfonds. Alternativen zum Pioneer-Fonds sind der Raiffeisen-Inflationsschutz-Fonds (AT0000622014), der Schoellerbank Realzins Plus (AT0000672266) und das BondPortfolio Inflation Protect (AT0000619572) der Spängler Bank.

Kommentar

Standpunkte

Arne Johannsen: Erst die Pleite, dann das Dilemma

Kommentar

Standpunkte

Miriam Koch: Arbeitsmarkt, Ziegen, Roboter und wir

Standpunkte

Robert Hartlauer: Wie die Kleinen Händler den Großen Paroli bieten