Martin Kwaukas Geldtipp der Woche zu
EuroStoxx-ETF: null Kosten, alle Dividenden

Die Fondsbranche bekommt die Krise deutlich zu spüren. Viele Großinvestoren, aber auch zunehmend Privatanleger wechseln von herkömm­lichen Fonds zu spesenbegünstigen Exchange Traded Funds, abgekürzt ETF. Diese Fonds versuchen nicht, durch die Selektion einzelner Aktien oder Anleihen einen Zusatzertrag zu erzielen, sondern bilden passiv einen Index nach. Die Vorteile: Erstens ist die Kursentwicklung transparenter, und zweitens liegt auch die Rendite der ETF im Fondsvergleich oft im Spitzenfeld. Klassische Aktienfonds haben nämlich das Manko, die Managementgebühren von etwa 1,5 bis zwei Prozent im Jahr zurückzuverdienen. Bei den ETFs liegt die Verwaltungsgebühr bei etablierten Börsen nur bei einem Bruchteil.

Null Euro Verwaltungsgebühr
Beim ETF der Deutsche-Bank-Tochter db x-trackers auf den EuroStoxx 50 (ISIN LU0380865061) liegt die Verwaltungsgebühr sogar bei null. Das heißt, ein Anleger bekommt nicht nur einen Indexgewinn, sondern auch noch die jährlichen Dividenden ohne Abzug gutgeschrieben. In der Praxis rechnet Thorsten Michalik, Chef der db x-trackers, sogar mit einem Extraplus von etwa 0,3 Prozentpunkten, weil der ETF zum Beispiel durch das Verleihen von Wertpapieren Geld verdient. Der Fonds ist wie alle anderen knapp 100 ETFs von db x-trackers in Österreich steuerlich „blütenweiߓ, die Erträge werden also analog zu einem inländischen Fonds versteuert. In der Praxis bedeutet das bei Aktienfonds einen effektiven Steuersatz von etwa fünf Prozent des Gewinns.

Steuer-Vorteil
Das ist ein Vorteil gegenüber Index-Zertifikaten, bei denen die volle KESt von 25 Prozent anfällt. Zwar gibt es bei Zertifikaten eine weitaus größere Auswahl. Die ETF-Produzenten holen aber auf. So gibt es bei db x-trackers inzwischen auch exotische Produkte wie ETFs für die Börse Vietnam oder für die Branchenindices auf den Stoxx 600. Der Trick mit dem Index-Swap. Bei einfachen ETFs wie etwa dem auf den ­EuroStoxx 50 werden tatsächlich die im Index enthaltenen Aktien eins zu eins gekauft. Bei ausgefalleneren Indices ist dies aber nur schwer möglich. Dehalb kauft db x-trackers zum Beispiel beim Vietnam-ETF vorerst EuroStoxx-Aktien, tauscht aber deren Erträge über einen Index-Swap in die Erträge des Vietnam-Index. Das Restrisiko, dass der Swap-Partner, die Deutsche Bank, insolvent wird, ist ohnehin gering. Selbst im schlimmsten Fall sind aber immer 90 Prozent des Fondsvermögens echte Aktien, sodass das Ausfallsrisiko mit zehn Prozent begrenzt ist. Längst gibt es auch ETFs auf Anleihen oder Währungen. Der db x-Trackers Currency Valuations (LU0328473748) setzt auf Währungen, die laut Kaufkraft unterbewertet sind, und geht auf die drei attraktivsten long und die drei unattraktivsten short. Zwar sind Währungsentwicklungen extrem schwer vorhersehbar, der ETF hat aber seit Start im Februar 2008 schon insgesamt 23,2 Prozent verdient.

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