Martin Kwaukas Geldtipp der Woche:
Die beste Strategie für das neue Jahrzehnt

Das abgelaufene Dezennium war für die meisten Anleger eine verlorene Zeit. Wer Anfang 2000 Geld in einen Mix europäischer Aktien investierte, ist heute gut 20 Prozent ärmer als damals (wobei freilich zu berücksichtigen ist, dass man Anfang 2000 just zum Höhepunkt der Börsenblase eingestiegen wäre). Ganz anders sieht die Bilanz für Investoren aus, die ihr Geld in Schwellenländern anlegten. Die Exotenbörsen dominierten nicht nur das Jahr 2009, sondern das ganze Jahrzehnt. Mit dem Aktienfonds Parvest China (LU0154242225), einem der besten Fonds der vergangenen zehn Jahre, hätte man den Einsatz fast versiebenfacht (siehe Grafik ) . Übrigens: Der weltweit absolut beste Fonds in diesem Zehnjahreszeitraum war der in Österreich gemanagte ZZ2 (AT0000831425) mit einem Gesamtgewinn von über 800 Prozent. Kaum zu glauben, aber wahr: Der von Peter Pühringer, dem Besitzer des Wiener Palais Coburg, betreute ZZ2 legt in Anleihen an. Natürlich nicht in konservative ­Euro-Emissionen, sondern in Pa­piere in lokalen Schwellenland­-Währungen wie der türkischen Lira oder dem brasilianischem Real.

Was war, wird sich wiederholen
Die Chancen stehen gut, dass sich die Schwellenland-Börsen in den kommenden zehn Jahren wieder mit Abstand besser entwickeln werden als klassische Aktienmärkte. Die Wirtschaft in Europa und den USA wird in den nächsten Jahren unter dem Abbau der enormen Schuldenberge leiden und weitgehend stagnieren. Die Aktienkurse in Europa und den USA werden zwar zu Silvester 2019 höher sein als heute (weil heute der Einstiegszeitpunkt günstiger ist als im Jänner 2000). Die wichtigsten Wachstumsmotoren der Weltwirtschaft bleiben aber China, Indien und Brasilien. Die Kurse an diesen neuen Märkten werden zwar weiterhin stark schwanken. Dreistellige Jahresgewinne wie 2009 sind genauso möglich wie Abstürze von mehr als 50 Prozent. Aber letztlich werden die Emerging Markets eindeutig die Nase vorn haben. Die Wette gilt: Die kommenden Jahre werden den endgültigen Durchbruch für die Börsen Asiens und anderer aufstrebender Märkte bringen. Ein guter Fonds, um alle Schwellenländer abzudecken, ist der First State Global Emerging Markets (GB0030187438), der im Zehnjahresvergleich mit 10,3 Prozent Durchschnittsertrag die Nase vorn hat. Wer ­lieber in einzelne Regionen oder Länder investieren will, sollte auf Asien sowie China und Indien setzen.

Zur Grafik:  Wer im Jänner 2000 den Betrag von 10.000 Euro in Europa-Aktienfonds investierte, besaß nach einem Jahrzehnt nur noch 7.708 Euro. Mit dem JPM Russia konnte man dagegen das Kapital verfünffachen, mit dem Parvest China sogar fast versiebenfachen – ­allerdings bei enormen Schwankungen.

Kommentar

Standpunkte

Arne Johannsen: Erst die Pleite, dann das Dilemma

Kommentar

Standpunkte

Miriam Koch: Arbeitsmarkt, Ziegen, Roboter und wir

Standpunkte

Robert Hartlauer: Wie die Kleinen Händler den Großen Paroli bieten